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Estragon

 

Synonyme: Esdragon, Dragon, Dragonbeifuß, Drachantkraut, Dragun, Dragunwermut, Eierkraut, Kaisersalat, Schlangenkraut, Bertram.

botanisch: Artemisia dracunculus

englisch: dragon sagewort, tarragon, tarragon leaf (Kraut)


Estragon

 

Die Heimat des Estragon liegt vermutlich in Zentralasien, genauer in der Nähe des Kaspischen Meeres. Außerdem ist er wohl auch im westlichen Nordamerika heimisch. Er kam im 13. Jahrhundert nach Europa und ist heute in fast allen Gebieten der gemäßigten Klimazone eingebürgert.

Zu den Hauptanbaugebieten zählen u.a. Ägypten, die USA, Brasilien, Argentinien, Indien und einige europäische Länder, so auch Deutschland.

Verfügbarkeit


Bei ältere Pflanzen kann man von Juni bis September frische Blätter und Triebspitzen pflücken. Im ersten Anbaujahr sollte die Ernte erst ab Ende August erfolgen. Für den häuslichen Bedarf können Sie laufend frischer Blätter und Triebe ernten. In vielen Supermärkten wird frischer Estragon auch in kleinen Pflanztöpfen angeboten.

Getrocknete Blätter werden ganzjährig im Handel angeboten.

Aussehen, Geschmack, Charakteristika


Estragon ist eine krautige mehrjährige Staude und gehört botanisch zu den Korbblütlern und ist mit dem Beifuß verwandt. Er wächst buschig verzweigt, wird etwa 60 bis 120 cm hoch und hat hellgrüne, lange, schmale Blätter, die knapp 10 cm lang werden können.

Estragon blüht von Juli bis Oktober, wobei die unauffälligen, kleinen, kugeligen Blüten sich in unseren Breitengraden nur selten vollständig öffnen. Die Blüten wachsen in lockeren Rispen und sind weiß, grüngelb bis hellrot.

Der Geschmack des Estragons ist je nach Sorte würzig, süßlich und mild-bitter bis deutlich bitter. Er ist leicht pfeffrig und erinnert etwas an Anis oder Fenchel.

Beim Trocknen verliert das Kraut viel von dem Aroma und schmeckt nicht mehr so intensiv wie im frischen Zustand.

Beim Estragon treten zwei unterschiedlichen Wuchsformen auf:

* Die wahrscheinlich ursprünglichere, bitterer schmeckende Form ist der "Russische" bzw. "Sibirische Estragon". Er ist frosthart, stark wachsend und relativ anspruchslos.

* Der "Französische (auch Aromatische, Deutsche bzw. Echte) Estragon" dagegen ist frostempfindlich, benötigt zum Wachsen nährstoffreichere Böden und ist nicht so ertragreich wie die winterharte Form. Er wird allerdings wegen seines intensiveren, anisartigen Aromas zum Würzen bevorzugt.

Inhaltsstoffe


Der "Russischen Estragon" enthält 0,1 bis 2,1 % ätherisches Öl, das sich hauptsächlich aus den Komponenten: Sabinen, Methyleugenol und Elemicin zusammensetzt.

Die "Französische" Variante besitzt mit 0,25 bis 3,1 % einen höheren Gehalt an geschmacksgebendem ätherischen Öl, dessen Hauptbestandteil Estragol ist, was dem Estragon die interessant anisartige Note verleiht.

Qualitätskriterien, optimale Lagerungsbedingungen


Zu Beginn der Blüte haben die Blätter und Triebspitzen am meisten Aroma, denn der Ölgehalt ist zu dieser Zeit am höchsten. Frischer Estragon sollten Sie wie jedes Küchenkraut schnellstmöglich verbrauchen. Lagern Sie ihn am besten in einer Plastiktüte im Kühlschrank, so lässt er sich etwa 4 bis 5 Tage aufbewahren. Sie können das frische Kraut auch in Essig oder Öl einlegen. Auch zum Einfrieren eignet sich Estragon gut.

Getrocknete Blätter besitzen wesentlich weniger Aroma als die Frischware. Sie sollten möglichst kühl, trocken und lichtgeschützt in einem luftdichten Gefäß aufbewahrt werden.

Vermutliche gesundheitliche Wirkung


Estragon wurde schon im Altertum als Heilpflanze eingesetzt, regt die Produktion von Verdauungssäften an und gilt als appetitanregend und verdauungsfördernd. In der Volksmedizin wird er zum Lösen von Krämpfen und als harntreibendes Mittel empfohlen. Sogar als Heilmittel gegen Würmer soll Estragon verabreicht worden sein.

Verzehrform, Verwendung, Weiterverarbeitung, praktische Zubereitungstipps


Vom Estragon verwendet man die frischen jungen Blätter und Triebe oder die getrockneten Blätter. Getrocknete Ware wird im Handel gerebelt oder gemahlen angeboten.

Vor allem der Französische Estragon wird zum Würzen empfohlen, weil er aromatischer ist. Wie sein Name bereits verrät, wird dieses Kraut besonders in der französischen Küche gerne verwendet. Fisch-, Geflügel- und Eiergerichte werden mit Estragon zubereitet. Er gehört unverzichtbar in Soßen wie Sauce béarnaise, Sauce hollandaise, Senfsoße und Sauce Tartare.

Sehr lecker schmeckt auch Estragonbutter, die übrigens problemlos eingefroren werden kann. Estragon wird zum Einlegen von Gurken und zur Herstellung von Kräuteressig und Senf genutzt. Das ätherische Öl wird industriell in der Likör- und Parfümherstellung benötigt.

Estragon ist eine beliebte Würze zu Sauerbraten, Fleisch- und Wildmarinaden und passt ausgezeichnet zu grünen Salaten, Kartoffelgerichten und Pilzen. Viele Gemüseragouts, besonders mit Tomaten, Auberginen, Zucchini oder Möhren, können mit diesem Kraut abgerundet werden.

Würztipp


Estragon lässt sich gut mit Kerbel, Petersilie, Schnittlauch und Basilikum kombinieren. Er passt auch gut zu Dill, Lorbeer, Rosmarin, Thymian und Kapern.

Frischer Estragon sollte besonders sparsam verwenden werden, weil der Geschmack relativ dominant ist. Vorsicht, denn beim Kochen verstärkt sich sein Aroma noch. Getrocknete Blätter besitzen nicht so eine starke Würzkraft und können großzügiger dosiert werden.

 

 

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