Produkte A-Z

 

Gemüsepaprika

 

Synonyme: Spanischer Pfeffer, Süßpaprika, Gemüsepaprika

botanisch: Capsicum annum

englisch: sweet pepper

Familie: Paprika


Paprika

 

Die Urform der Gemüsepaprika - kurz Paprika - stammt aus dem tropischen Amerika. Spanische Seefahrer brachten das Gemüse im 16. Jahrhundert nach Europa.

Zunächst wurde die Paprika nur als Zierpflanze und erst später als Gemüse angebaut. In Deutschland war Paprika bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges nahezu unbekannt. Durch Urlaubsreisen in südeuropäische Länder und den Einfluss von Gastarbeitern ist Paprika auch bei uns zu einem beliebten Gemüse geworden. Das vorwiegend im Gewächshaus angebaute Fruchtgemüse ist mittlerweile fester Bestandteil des deutschen Gemüsesortiments.

Die Anbaufläche in Deutschland ist insgesamt gering. Nur 5% des Verkaufs stammen aus Deutschland. Vornehmlich wird sie aus Spanien, Ungarn und den Niederlanden importiert.

Verfügbarkeit


Gemüsepaprika gibt es das ganze Jahr zu kaufen. Von Juni bis November ist das Angebot besonders groß. Einheimisch angebaute Produkte gibt es von Mitte Juli bis Oktober in den Läden.

Aussehen, Geschmack, Charakteristika


Sicherlich haben Sie Paprika auch schon mal als Paprikaschote bezeichnet. Botanisch gesehen gehört sie jedoch zu den Beeren. Es existieren rund 85 Gattungen mit ca. 2000 Sorten. Je nach Sorte unterscheiden sich die Früchte in Größe, Form, Farbe und Reifezeit. Die Formen variieren über länglich spitz, eckig abgestumpft, eckig spitz oder platt. Neben den bekannteren grünen, gelben und roten, gibt es auch orangefarbene, violette oder sogar schwarze und weiße Paprikasorten.

Grüne Früchte sind nicht voll ausgereift, sie verfärben sich - von der Pflanze getrennt - bei der Nachreife noch mehr oder weniger rot, werden jedoch niemals so gleichmäßig rot wie die an der Pflanze ausgereiften Früchte.

Die Haut der Paprikafrucht ist glänzend. Im Inneren der Frucht trennen weißliche Scheidewände die Fruchtkammern, in denen sich kleine weiße Samen befinden. Geschmacklich lässt sich Gemüsepaprika als mild-würzig beschreiben. Sie wissen sicher aus eigener Erfahrung, dass die gelben und roten Früchte süßer als die grünen schmecken. Gemüsepaprika ist im Gegensatz zu Gewürzpaprika arm oder frei von Capsaicin, dem Stoff, der für die Schärfe verantwortlich ist. Capsaicin kommt vor allem in den Scheidewänden, den Samen, aber nur zu einem geringen Teil in der Fruchtwand vor.

Neben dem Gemüse- und dem Gewürzpaprika gibt es eine weitere Gattung, den Tomatenpaprika. Er geht aus einer Kreuzung von Gemüsepaprika mit Tomate hervor. Diese Frucht in Form einer gerippten Tomate schmeckt etwas schärfer, aber zugleich süßlicher als Gemüsepaprika.

Inhaltsstoffe


Paprika enthält viel Vitamin C. Wenn Sie eine ganze, rohe Paprikafrucht verzehren, ist ihr Tagesbedarf an Vitamin C mehr als gedeckt.

Zucker kommt in der grünen Paprika in geringeren Mengen als in den gelben und roten Früchten vor. Daraus resultiert der süßere Geschmack der gelben und roten Paprika.

Besonders die rot gefärbten Früchte sind reich an Carotinoiden. Das bekannteste Carotinoid, Beta-Carotin, kommt in der Paprika verhältnismäßig wenig vor. Capsanthin und Capsorubin sind die hauptsächlichen Carotinoide der Paprika.

100 g enthalten

Rote Paprika, frisch
Gelbe Paprika, frisch
Grüne Paprika, frisch
Grüne Paprika, gekocht
Energie (kcal)
37
30
20
20
Wasser (g)
87
89
91
91
Eiweiß (g)
1
1
1
1
Fett (g)
< 1
< 1
< 1
< 1
Kohlenhydrate (g)
6
5
3
3
Ballaststoffe (g)
4
4
4
4
Vitamin C (mg)
250
130
125
111
Vitamin A (RÄ) (µg)
354
31
180
162
Folsäure (µg)
50
18
18
13
Kalium (mg)
260
220
177
177
Natrium (mg)
5
4
3
3
Calcium (mg)
10
8
11
11
Magnesium (mg)
14
16
12
12
Eisen (mg)
0,6
0,4
0,8
0,8


Schadstoffe


Paprika gehört zum Gemüse mit geringem Nitratgehalt. Es sind weniger als 500 mg in einem Kilogramm enthalten.

Qualitätskriterien, optimale Lagerungsbedingungen


Achten sie beim Einkauf darauf, dass die Schale der Paprika glatt und leicht glänzend ist. Vor allem der Stielansatz sollte nicht schrumpelig sein. Hier kann sich leicht Schimmel bilden.

Paprika gehört zu den kälteempfindlichen Gemüsesorten. Bei Kühlschranklagerung ist Vorsicht geboten. Besonders die grünen Früchte sollten nicht zu lange bei unter 6°C gelagert werden.

Lagern Sie Paprika separat, da sie reifungsförderndes Ethylen bilden, dass einige andere Gemüse- und Obstsorten schneller verderben lässt.

Verzehrform, Verwendung, Weiterverarbeitung, praktische Zubereitungstipps


Waschen und reiben Sie Paprika vor dem Verzehr gründlich ab. Die Scheidewände, die Samen und der Stielansatz werden vor dem Verzehr entfernt. Paprika eignet sich hervorragend zum Rohverzehr, z.B. für Salate. Aber auch gekocht oder geschmort ist die Frucht schmackhaft. Gerne wird Paprika auch mit Fleisch gefüllt oder als Eintopf zubereitet.

Die Palette der Paprika-Rezepte für die vielfältige Verwendung ist außerordentlich groß. Industriell wird Gemüsepaprika, allein oder gemischt mit anderen Gemüsen, überwiegend zu Sauerkonserven und zu Mark verarbeitet.

Würztipp


Frische Salatkräuter schmecken gut zu roher Paprika. Geschmorte Paprika harmonieren mit Mittelmeergewürzen wie Rosmarin, Thymian und Knoblauch.

Sonstiges


# Säurehaltige Zusätze beim Kochen von Paprika, z.B. Essig, verfärben die leuchtenden Farben leicht bräunlich.

# Paprikaextrakt wird gerne dem Hühnerfutter beigemischt, damit die Eidotter eine gelborangene Farbe erhalten.

 

 

_________________________

 

  Dieser Artikel wurde verfasst von

         

 


 

  Mit der Seite www.die-gruene-speisekammer.de bietet die Fritz Terfloth Stiftung Münster Verbrauchern unabhängige und fundierte Informationen zu pflanzlichen Lebensmitteln und deren Gesundheitswirkungen. Sämtliche Texte unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Unter welchen Voraussetzungen sie die Texte verwenden dürfen, erfahren Sie hier.


Auf Ihrem System scheint kein FlashPlayer installiert zu sein oder es ist
ein Update des Players notwendig. Sie können den Player hier herunterladen: