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Gewürznelke

 

Synonyme: Nelke, Nägelein

botanisch: Caryophyllus aromaticus

englisch: clove


Gewürznelke

 

Die Gewürznelke ist auf der indonesischen Inselgruppe der Molukken beheimatet. Dort wurde der Baum auf den Inseln Ambon und Seram kultiviert. Erste Aufzeichnungen über den Gebrauch der Gewürznelke sind über 3.000 Jahre alt. Im Mittelmeergebiet wurde sie erst im 7. Jahrhundert durch den Handel mit den Arabern bekannt.

Der Baum gedeiht am besten im tropischen Klima in Meeresnähe. Zu den Hauptanbaugebieten gehören u. a. Indonesien, Tansania, Malaysia, Madagaskar und Brasilien.

Verfügbarkeit


Gewürznelken sind ganzjährig ganz oder gemahlen erhältlich.

Aussehen, Geschmack, Charakteristika


Der Gewürznelkenbaum gehört botanisch zur Familie der Myrtengewächse. Der immergrüne Baum kann eine Höhe von 20 m erreichen und noch im Alter von 100 Jahren gute Ernten liefern. Um die Ernte zu erleichtern, werden die dicht belaubten Bäume auf 5 bis 6 m zurückgeschnitten.

Die Baumkrone wächst pyramidenförmig und besitzt dunkelgrüne, ledrige Blätter, die etwa 10 cm lang werden und lanzettförmig zugespitzt sind. An den Zweigspitzen der Bäume bilden sich doldenförmige Blütenknospen. Sobald sich die Kronblätter der geschlossenen Knospen rötlich färben, werden sie gepflückt und getrocknet. Gewöhnlich kann der Baum zweimal im Jahr geerntet werden.

Nelken duften intensiv würzig-süß, leicht pfeffrig. Der Geschmack ist würzig-fruchtig, leicht bitter, pfeffrig, aber nicht scharf. Besonders im gemahlenen Zustand würzen sie stark.

Die Knospen verfärben sich beim Trocknen und erhalten die typische Nelkenfarbe. Sie sind 1 bis 2 cm lang und bestehen aus einem dunkelbraunen, stängelartigen Blütenkelch und einem kugelförmigen Blütenkopf. Der vierkantige Kelch umfasst den rotbraunen Blütenkopf.

Inhaltsstoffe


Gewürznelken haben mit 15 bis 17 % einen sehr hohen Gehalt an ätherischem Öl, Höchstwerte liegen sogar bei 21 %. Ein Bedeutsamer Bestandteil des Öls ist Eugenol.

Auch Flavonoide, Phenolcarbonsäuren und Gerbstoffe kommen in Gewürznelken vor.

Schadstoffe


In sehr hohen Dosierungen kann Eugenol zu Leberschäden führen. Bei der Verwendung als Gewürz bestehen dagegen keine gesundheitliche Bedenken.

In den USA ist Eugenol als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen worden.

Qualitätskriterien, optimale Lagerungsbedingungen


Qualitativ hochwertige Gewürznelken besitzen einen dunklen Stängel mit einer helleren Knospe. Wenn man den Blütenkelch eindrückt, sondern ätherisches Öl ab. Sie schwimmen senkrecht im Wasser oder gehen unter, während weniger gute Ware waagerecht auf der Wasseroberfläche schwimmt.

Gut sortierte Nelken sollten sauber und unversehrt sein und kaum Verunreinigungen durch Blüten- oder Fruchtstiele o. ä. enthalten. Das Pulver sollte dunkelbraun sein, es verliert jedoch schnell an Würzkraft.

Gewürznelken sollten trocken und vor Licht geschützt aufbewahren. Im luftdicht verschlossenen Behälter bleiben ganze Nelken etwa 2 Jahre aromatisch.

Vermutliche gesundheitliche Wirkung


Durch ihren aromatischen Geschmack regen Gewürznelken vermutlich den Appetit und die Verdauung an.

Das ätherische Öl der Gewürznelken wird bei Blähungen, Völlegefühl und Brechreiz verwendet. Vermutlich regt es den Gallenfluss an und wirkt der Entstehung von Magengeschwüren entgegen, bzw. unterstützt deren Ausheilung.

Nelkenöl ist leicht ätzend und wirkt antibakteriell. Als verdünntes Mundwasser wird es bei Entzündungen im Mundraum angewendet, bei Mundgeruch können die Nelken gekaut werden. Außerdem soll es Migräne lindern und wird bei Muskelschmerzen und Rheuma verwendet.

Salben mit dem ätherischen Öl werden gegen Mückenstiche eingesetzt.

Verzehrform, Verwendung, Weiterverarbeitung, praktische Zubereitungstipps


Gewürznelken können ganz oder gemahlen verwendet werden. Sie eigenen sich zum Würzen von Marinaden, Brühe, Suppe und Fischsud. Dabei benutzt man eine Zwiebel und spickt mit ein paar Nelken 1 bis 2 Lorbeerblätter fest. Auch Fleischgerichte, wie Braten, Ragouts und Schinken schmecken gut mit diesem Gewürz.

Ebenso schmecken Nelken zu Karpfen, Aal und eingelegtem Hering, zu Sauerkonserven und Kohlgerichten, insbesondere Sauerkraut und Rotkohl. In den Niederlanden wird Käse damit verfeinert.

Auch Süßspeisen und Gebäck werden mit den Knospen gewürzt. Nelken schmecken gut zu Backwaren und Kompott, besonders zu Birnen, Äpfel und Pflaumen, zu Fruchtsäften, Orangen, Pflaumenmus, Sirup und Schokolade. Bei uns sind sie auch im Weihnachtsgebäck sehr beliebt. Ganze Nelken werden gerne zum Würzen warmer alkoholischer Getränke, wie Punsch, Feuerzangenbowle und Glühwein benutzt.

In der Nahrungs- und Genussmittelindustrie werden gemahlene Nelken zur Herstellung von Wurst, Backwaren und alkoholischer Getränke verwendet. Nelkenöl dient zum Aromatisieren von Likören, besonders von Magenbittern. Das enthaltene Eugenol kann zur Herstellung von Vanillin genutzt werden.

Würztipp


Gewürznelken sollten vorsichtig dosiert werden, weil sie einen intensiven Geschmack haben. Ganze Nelken werden vor dem Servieren aus dem Essen entfernt oder nur kurze Zeit mitgekocht.

Sie passen gut zu Knoblauch, Petersilie, Thymian und Lorbeerblatt. In süßen Gerichten lassen sich auch gut mit Anis, Ingwer, Kardamom, Muskat und Zimt kombinieren. Im Nahen Osten und Nordafrika verwendet man sie für Reis und Fleischgerichte häufig zusammen mit Kardamom und Zimt.

Sonstiges


In Indonesien setzt Tabakwarenindustrie gestoßene Gewürznelken oder Nelkenöl zum Aromatisieren von "Kretek-Zigaretten" ein. Das Öl ist außerdem ein wichtiges Produkt für die Parfüm- und Kosmetikindustrie.

 

 

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