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Kerbel

 

Synonyme: Echter Gartenkerbel, Suppenkraut, Küchenkerbel, Küchenkraut, Kuchelkraut, Körfel, Körbel, Korbel, Kufel

botanisch: anthriscus cerefolium

englisch: chervil, charvil, chevil leaf


Kerbel

 

Die Wildform des Kerbels stammt aus Südosteuropa und Südwestasien. Vermutlich kam Kerbel im Mittelalter mit den Römern nach Europa.

Heute ist die Kerbelpflanze weit verbreitet und wird in Ostasien, Nord- und Südamerika, in Europa und dem Mittelmeerraum angebaut.

Ein Handel mit dem frischen Kraut findet kaum statt. Deshalb wird es besonders dort in größerem Maße angepflanzt, wo es als Küchenkraut reichlich verwendet wird, beispielsweise in Frankreich und Belgien.

Verfügbarkeit


Kerbel kann bereits 6 bis 8 Wochen nach der Aussaat geerntet werden. Er wird von April bis in den Oktober hinein angeboten, danach teilweise auch aus Unterglasanbau.

Weil das geschnittene frische Kraut rasch welkt, wird es in einigen Geschäften auch in kleinen Pflanztöpfen angeboten. Für den häuslichen Bedarf kann Kerbel auch gut im eigenen Kräutergarten gezogen werden.

Außerdem wird Kerbel tiefgefroren oder getrocknet angeboten.

Aussehen, Geschmack, Charakteristika


Die einjährige Kerbelpflanze gehört botanisch zur Familie der Doldengewächse. Das petersilienähnliches Kraut besitzt zierliche, gefiederte glänzend-hellgrüne Blätter und kann bis 70 cm hoch werden.

Die Blätter sitzen an dünnen, kantig gefurchten Stängeln. Wie bei der Petersilie gibt krausblättrige und glattblättrige Sorten.

In der Blütezeit von Mai bis August entwickeln sich an den Stängeln kleine, unscheinbare weiße Blütendolden, aus denen später schwarze Teilfrüchte reifen. Diese sind zum Würzen allerdings nicht von Bedeutung.

Geerntet werden die frische Kerbelblätter. Sie duften süßlich-aromatisch und haben einen angenehm würzigen, anisartigen Geschmack. Beim Trockenen verliert Kerbel weitgehend sein Aroma.

Inhaltsstoffe


Frische Kerbelblätter enthalten etwa 0,3 bis 0,9 % ätherisches Öl, in dem Estragol mit 60 bis 80 % neben Allyldimethoxybenzen und Undecan die Hauptkomponenten darstellt.

Auch Flavonoide sind im Kerbel enthalten.

Schadstoffe


Das enthaltene Estragol steht in Tierversuchen unter Verdacht gesundheitsschädlich zu sein, ob es in hohen Dosen für den Menschen gefährlich ist, ist noch unbekannt.

Kerbel kann jedoch als Gewürz unbedenklich eingesetzt werden, da beim Würzen üblicherweise nur geringe Mengen verwendet werden und die aufgenommene Estragolmenge dann nur gering ist.

Qualitätskriterien, optimale Lagerungsbedingungen


Die beste Qualität bietet das junge Kerbelkraut, bis es maximal 20 bis 30 cm hoch ist. Es ist besonders zart und aromatisch. Mit Erscheinen der Blütenknospen büßt das Kraut allerdings viel von diesem Aroma ein und sollte deshalb bereits vor der Blüte geerntet worden sein.

Frisch geschnittener Kerbel kann im Kühlschrank noch einige Tage aufbe-wahrt werden, wenn er in Wasser gestellt oder in Plastiktüten verpackt wird.

Er eignet sich auch problemlos zum Einfrieren, das Trocknen der Blätter ist dagegen nicht sinnvoll, weil das Aroma größtenteils vergeht.

Vermutliche gesundheitliche Wirkung


Der würzige Geschmack des Kerbels führt beim Essen zu einer Anregung der Magen- und Gallensaftproduktion. Somit wird dem Kraut eine verdauungsfördernde Wirkung zugeschrieben.

Von der Naturheilkunde wird Kerbel zusätzlich als harntreibend und stoffwechselfördernd bezeichnet. Früher gehörte er zu den sogenannten Fastenkräutern, denen man blutreinigende Eigenschaften nachsagte. Auch heute wird er noch als geeignete Frühjahrskur empfohlen.

Verzehrform, Verwendung, Weiterverarbeitung, praktische Zubereitungstipps


Kerbel kommt frisch, getrocknet oder tiefgefroren in den Handel. Er schmeckt am besten, wenn er frisch verwenden wird. Getrocknete Ware hat den größten Teil seiner Würzkraft und des Aroma eingebüßt.

Kerbel wird besonders gerne in der französischen und englischen Küche verwendet. Eine lange Tradition hat in Belgien und den Niederlanden beispielsweise auch die Kerbelsuppe.

Das feine Aroma des Krautes passt in jede Kräutersoße und gibt klaren Brühen und Suppen einen köstlichen Geschmack. Besonders aromatisch ist Kerbel zu Rührei, Omelette und warmen Kartoffelsalat. Er schmeckt zu Fisch- und Fleischgerichten, besonders zu Lamm, Geflügel und Kalbfleisch.

Kerbel wird zum Verfeinern von Soßen, Kräuterquark, Joghurt, Mayonnaise und frischen Salaten verwendet. Außerdem passt er zu vielen Gemüsesorten, wie Kohlrabi, grüne Bohnen, Erbsen, Möhren, Dicke Bohnen, Tomaten, Wirsingkohl und Spinat.

Versuchen Sie einmal Kräuterbutter mit Kerbel herzustellen oder geben ihn direkt als Belag aufs Butterbrot.

Würztipp


Kerbel ist empfindlich gegen Hitze und sollte nicht mitgekocht werden. Streuen Sie das gehackte frische Kraut am besten erst über das fertige Gericht. Auch bei Kerbelsuppe kocht man nur die Stängel mit und rührt die Blätter erst zuletzt ein.

Frischer Kerbel kann großzügig verwendet werden. Er lässt sich gut mit Petersilie, Estragon und Safran kombinieren. Ebenso passt er gut zu Dill, Basilikum, Kresse Minze Schnittlauch, Senf und Ysop.

Sonstiges


Sammeln Sie kein wildwachsendes Kraut, weil es leicht mit verschiedenen giftigen Pflanzen, wie dem Geflecktem Schierling (conium maculatum), Kälberkopf (chaerophyllum temulum) und der Hundspetersilie (aethusa cynapium) verwechselt werden kann.

 

 

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