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Koriander

 

Synonyme: Arabische, Indische oder Chinesische Petersilie, Koliander, Kolgras, Wanzendill,Wanzenkraut, Wanzenkümmel, Schwindelkorn, Stinkdill, Cilantro

botanisch: Coriandrum sativum

englisch: coriander, cilantro, Chinese parseley Früchte: coriander seeds


Koriander

 

Koriander stammt aus dem östlichen Mittelmeergebiet. Er ist eines der ältesten Gewürz- und Heilkräutern und wurde bereits in antiken Schriften und dem Alten Testament erwähnt.

In China kennt man Koriander seit etwa 2000 Jahren, in den USA wurde er Ende des 17. Jahrhunderts eingeführt.

Zu den Hauptanbaugebieten gehören u.a. Indien, Ägypten, Marokko und die USA. Angebaut wird Koriander auch in vielen Ländern der gemäßigten Klimazone Asiens und Europas, sogar in Deutschland findet ein geringer Anbau statt.

Verfügbarkeit


Die Früchte des Koriander werden im August/September geerntet und getrocknet. Sie werden ganzjährig bei uns angeboten.

Das frische Kraut bekommt man beim Gemüsehändler oder im Asienladen.

Aussehen, Geschmack, Charakteristika


Koriander gehört wie z.B. Anis, Kümmel und Fenchel zur Familie der Doldenblütler. Die einjährige Pflanze kann bis zu 80 cm hoch werden und besitzt hellgrüne, gefiederte Blätter. Die Blattform ist je nach Sorte unterschiedlich feingliedrig, manche sehen der Petersilie ähnlich.

Im Juni bis August bilden sich zarte weiße bis rötlichen Blütendolden, aus denen sich die Früchte entwickeln. Diese bestehen eigentlich aus zwei Teilfrüchten, sogenannten Spaltfrüchten, die aber fest zusammen-hängen und nicht wie sonst bei den Doldengewächsen üblich in zwei Teilfrüchte zerfallen.

Die Früchte des marokkanischen Korianders sind kugelförmig, der seltenere indische Typ bringt ovale Früchte hervor. Sie sind beige oder hellbraun, gerippt und haben je nach Sorte einen Durchmesser von 2 bis 5 mm. Geerntet werden Früchte mit dem Mähdrescher kurz bevor sie vollständig ausgereift sind.

Als Gewürz werden auch die frischen Blätter der Korianderpflanze verwendet. Sie haben ein ähnliches Aroma wie die frischen, unreifen Früchte, das wie eine Mischung aus Zitrone, Ingwer, Salbei, mit leichtem Unterton von Pfeffer und Minze beschrieben wird.

Von Europäern wird dieses Aroma oft als abstoßend empfunden, es erinnert manche an verbranntes Gummi und wird als unangenehm seifig oder "wanzenartig" bezeichnet Letzteres hat der Pflanze auch den Namen "Wanzendill", "Wanzenkümmel" u.ä. eingetragen.

Getrocknete und vollreife Früchte riechen angenehm würzig-aromatisch, süß und haben einen angenehm würzigen, süßen, leicht pfeffrigen Geschmack, der etwas an Orangenschale erinnert.

Inhaltsstoffe


Kleine Korianderfrüchte enthalten bis zu 2 % ätherisches Öl, in Sorten mit größeren Früchten liegt der Gehalt oft nur bei 0,1 bis 0,3 %. Die Hauptkomponente des Öls bestehen aus Monoterpenen, wie Linalool (45 bis 85 %), Geraniol und Pinen. Auch Campher, Limonen und Terpine sind je nach Sorte im ätherischen Öl enthalten.

In jungen Früchten kommen außerdem ungesättigte Aldehyde vor, die das beschriebene wanzenartige Aroma bewirken. Im frischen Kraut kann deren Anteil bis zu 83 % des ätherischen Öles ausmachen.

Qualitätskriterien, optimale Lagerungsbedingungen


Die getrockneten Früchte sollten kühl, dunkel und trocken und in gut schließenden Gefäßen aufbewahrt werden, denn so sind sie mehrere Jahre verwendbar. Am besten ist es, die Früchte möglichst frisch zu mahlen, weil sich ein Teil des Aromas schnell verliert.

Das frische Kraut hält sich im Kühlschrank in einer Plastiktüte etwa 3 bis 4 Tage. Es kann auch gut eingefroren werden. Zum Trocknen eignet sich das Kraut nicht.

Vermutliche gesundheitliche Wirkung


Die Früchte des Korianders werden als Heilmittel bei Magenbeschwerden und Appetitlosigkeit eingesetzt. Schon im alten Ägypten behandelte man damit Magen- und Darmleiden. Die Einnahme kann als Aufguss, Extrakt oder ätherisches Öl erfolgen oder verdünnt zur äußerlichen Anwendung genutzt werden.

Das Öl der Früchte soll anregend, verdauungsfördernd, krampflösend und nervenberuhigend wirken. Koriander ist Bestandteil zahlreicher Abführtees und wird in manchen Ländern auch bei Husten, Fieber, Menstruationsbeschwerden, Augen- und Blasenleiden angewendet.

Verzehrform, Verwendung, Weiterverarbeitung, praktische Zubereitungstipps


Koriander ist in vielen tropischen und subtropischen Ländern ein sehr verbreitetes Gewürz. Während in Europa hauptsächlich die Früchte verwendet werden, schätzt man in der asiatischen Küche und in Südamerika auch das frische Kraut dieser Pflanze. In Thailand wird sogar die Pflanzenwurzel zum Würzen verwendet.

Die Früchte werden unzerkleinert mitgekocht oder gemahlen eingesetzt. Wenn sie zuvor leicht angeröstet werden, wird das Aroma etwas kräftiger. Bei uns würzt man mit den Früchten hauptsächlich Brot und Weihnachtsgebäck, wie Lebkuchen, Spekulatius und Aachener Printen. Aber auch zahlreiche Wurstwaren, Fisch- und Fleischgerichte, insbesondere Lamm, Wild, Kaninchen, Geflügel und Hackbraten werden mit Koriander verfeinert.

Koriander schmeckt gut zu Eintöpfen, Kartoffeln, Hülsenfrüchten, Pilzen, Blumenkohl, Sellerie, Kohl, Zwiebeln und Sauerkraut und wird gerne zum Einmachen von Gurken und Rote Bete verwendet. In Zypern sind zerstoßene grüne Oliven mit Koriander eine Spezialität.

Das Aroma der Früchte passt aber auch gut zu Obstkompott (z. B. Apfel, Birne, Mango oder Pflaume) und Obstkuchen.Koriander wird vielen Gewürzmischungen zugesetzt. Auch für die Herstellung verschiedener Kräuterliköre und scharfen Schnäpsen ist er wichtig.

Das frische Korianderkraut wird in Asien in großen Mengen mit Ingwer und Frühlingszwiebeln in Suppen, Wok-Gerichten, Currys und Schmorgerichten eingesetzt.

In Indien und Mexiko verwendet man sie für Chutneys, Salsa, Relish, Gemüsedressing. Eine bekannte Sauce ist "Guacamole", die aus Avocadofruchtfleisch, Zwiebeln, Knoblauch, Tomaten, Chili, Limettensaft und Korianderblättern hergestellt wird.

Die frischen Blätter passen auch zu Fisch und Meeresfrüchten, Wurzelgemüse, Reis, Mais und Salaten, besonders zu Reis-, Nudel- und Gemüsesalaten.

Der Geschmack dieser Speisen ist durch den frischen Koriander allerdings gewöhnungsbedürftig. Manche Menschen verabscheuen ihn, andere sind begeistert von diesem Aroma.

Würztipp


Korianderfrüchte passen gut zu allen Speisen, die mit Curry gewürzt werden, denn sie sind u. a. ein wichtiger Bestandteil des Currypulvers.

Sie harmonieren gut mit Kümmel, Muskat, Gewürznelken, Fenchel, Kreuzkümmel, Liebstöckel, Zimt, Pfeffer oder Piment. Lassen sich aber auch gut mit Ingwer, Chili, Knoblauch oder Minze kombinieren können mitgekocht werden, der Geschmack bleibt erhalten.

Das frische Kraut passt gut zu Schnittlauch, Petersilie, Basilikum, Bohnenkraut, Gartenkresse, Dill, frischer Minze, Knoblauch und Zwiebeln. Es sollte beim Kochen erst am Ende der Garzeit zugegeben werden, denn sonst nimmt sein Aroma ab

Sonstiges


Der Name des Korianders wird vermutlich von dem griechischen "koris" abgeleitet, was soviel wie Wanze bedeutet. Dabei wird auf den Geruch des Krautes und der jungen Früchte angespielt.

Die Blattform einiger Koriandersorten ähneln der Petersilie, wodurch die Synonyme "Arabische" oder "Chinesische Petersilie" entstanden.

 

 

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