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Majoran

 

Synonyme: Garten-Majoran, Wurstkraut, Mairam, Mairan, Meiran, Magran, Gartendost, Süßer Majoran,Leberwurstkraut, Bratenkraut, Kranzkraut, Kuttelkraut

botanisch: Origanum majorana

englisch: marjoram, sweet majoram, knotted majoram, annual majoram


Majoran

 

Als Heimat des Majorans wird das Mittelmeergebiet, Indien und Nordafrika genannt und wurde vermutlich schon vor 3.000 Jahren in Ägypten angebaut. Auch die alten Griechen und Römer kannten das Kraut, nach Mitteleuropa kam es allerdings wahrscheinlich erst im 16. Jahrhundert.

Heute ist die genügsame Pflanze weit verbreitet und wird neben ihrer Heimat auch in Südafrika, Osteuropa, Südostasien, in den USA, Mexiko, Bolivien und Chile verstärkt angebaut. Auch in Deutschland und Österreich findet ein erwerbsmäßiger Anbau statt.

Verfügbarkeit


Für den Handel wird Majoran im Juli bis August, kurz vor der Blüte geerntet. Bei günstiger Witterung ist noch eine zweite Ernte im September bis Oktober möglich. Majoran eignet sich auch gut für den eigenen Kräutergarten, dann kann man die frischen Triebe den ganzen Sommer über ernten.

Das getrocknete Kraut ist das ganze Jahr über erhältlich. In einigen Supermärkten wird frischer Majoran auch in kleinen Pflanztöpfen angeboten.

Aussehen, Geschmack, Charakteristika


Majoran ist ein dicht gedrungenes, stark verästeltes Kraut, wird 20 bis 50 cm hoch und gehört botanisch zur Familie der Lippenblütler. In Mitteleuropa ist es einjährig, in wärmen Gebieten mehrjährig.

Die Stängel der Pflanze stehen aufrecht, sind rötlich-braun und stark verzweigt. An ihnen befinden sich kleine, eiförmig abgerundete Laubblätter. Sie sind graufilzig behaart und nur 0,5 bis 2,5 cm lang.

In der Zeit von Juni bis September bekommt Majoran sehr kleine, weiß bis blassrosafarbene Blüten.

Das Kraut hat einen charakteristischen würzigen Duft. Der Geschmack der frischen Blätter und Triebe ist kampferartig, scharf und leicht brennend. Das Aroma ist würzig-aromatisch, süßlich und etwas bitter.

Inhaltsstoffe


Frische Blätter enthalten 0,2 bis 0,4 % ätherisches Öl, bei dem getrockneten Kraut liegt der Gehalt bei 0,8 bis 3 %. Zu den Hauptkomponenten im Öl gehört Sabinenhydrat, das sich bei der Gewinnung häufig in Terpinenol und Limonen umlagert. Weiterhin sind Terpinen und Sabinen vorhanden, seltener kommen auch hohe Anteile an Carvacrol oder Thymol vor.

Außerdem kommen Flavonoide und Bitter- und Gerbstoff, z. B. Rosmarinsäure, im Majoran vor.

Schadstoffe


Majoran enthält geringe Mengen Hydrochinon, das in Verdacht steht gesundheitsschädlich zu sein. Eine regelmäßige Aufnahme größerer Mengen wird daher nicht empfohlen.

Bei der Anwendung als Gewürz bestehen dagegen keinerlei gesundheitliche Bedenken.

Qualitätskriterien, optimale Lagerungsbedingungen


In Deutschland kommt die beste Qualität aus Thüringen, wo die Bezeichnung "Ascherslebener Qualität" eine Auszeichnung ist. Geschnittene Trockenware sollte immer nur einen geringen Anteil an Stängeln enthalten.

Wie die meisten frischen Kräuter kann Majoran in Folie geschützt im Kühlschrank einige Tage gelagert werden. Das getrocknete Kraut sollten Sie möglichst kühl, trocken und vor Licht geschützt aufbewahren. Im luftdicht verschlossenen Behälter kann Majoran 1 bis 2 Jahre gelagert

Vermutliche gesundheitliche Wirkung


Majoran regt durch seinen leicht bitteren, aromatischen Geschmack den Appetit und die Verdauung an.

In der Volksmedizin gilt er als krampflösend, beruhigend, nerven- und magenstärkend, schleimlösend, harn- und schweißtreibend und wird zur Linderung von Migräne, Erkältungskrankheiten, Magen- und Darmbeschwerden verwendet.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte sieht die therapeutische Anwendung aufgrund des Hydrochinongehalts als nicht empfehlenswert an.

Verzehrform, Verwendung, Weiterverarbeitung, praktische Zubereitungstipps


Nach der Ernte wird Majoran bei niedriger Wärme getrocknet und die Blätter, Knospen und Triebspitzen von den Stängeln abgestreift und kommt meist gerebelt, geschnitten, seltener auch gemahlen in den Handel. Auch die frischen Blätter und Sprossenden eignen sich hervorragend zum Würzen.

Majoran ist in Mitteleuropa, besonders in Italien, Frankreich und Griechenland ein beliebtes Küchenkraut und ist in der europäischen Küche neben Petersilie und Schnittlauch das am meisten verwendete Würzkraut.

Wie der Name "Bratenkraut" bereits verrät, wird Majoran gern zum Würzen von Fleischgerichten verwendet, beispielsweise für Wild, Geflügel, Lamm, Ziege, Hack- und Grillbraten, Leberknödel und Fleischpasteten. Auch die übliche Bezeichnung "Wurstkraut" deutet schon auf die klassische Verarbeitung als Wurstgewürz, besonders für Blut- und Leberwurst und der Nürnberger Bratwurst.

Majoran ist in der Küche vielseitig verwendbar und wird für Gemüse, Suppen und Eintöpfe, insbesondere Hülsenfruchtgerichte, Kartoffel- und Tomatengerichte gerne eingesetzt. Er passt zu pikanten Aufläufen, Eierspeisen, Sauerkraut, Pilzen, Pizza und Quark. Ebenso schmeckt Majoran zu Salat, Frischkäse, Fisch- und Nudelgerichten.

Das ätherische Öl wird außerdem zur Herstellung von Gewürzessenzen und zum Aromatisieren von Likören gebraucht.

Würztipp


Majoran muss vorsichtig dosiert werden, da er ein intensives Aroma hat und leicht aus den Speisen hervorschmeckt. Das Kraut lässt sich gut mit Salbei, Rosmarin und Thymian kombinieren, harmoniert aber auch mit Basilikum, Lorbeer, Petersilie, Knoblauch, Kreuzkümmel und Paprika.

Beim Erhitzen verändert sich das Aroma, daher sollte Majoran erst kurz vor Ende der Kochzeit zugegeben werden.

 

 

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  Dieser Artikel wurde verfasst von

         

 


 

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