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Muskat

 

Synonyme: Bandanuss, Suppennuss (Nuss) Macis, Mazis (Blüte)

botanisch: Myristica fragrans

englisch: nutmeg (Nuss) mace (Blüte)


Muskat

 

Der Muskatnussbaum stammt ursprünglich von den Molukken, einer indonesischen Inselgruppe. Dort wurde die Muskatnuss vor über 2.000 Jahren schon genutzt. In Europa war die Nuss erst im 9. Jahrhundert bekannt, in Deutschland wahrscheinlich um 1100 n. Chr.

Der Baum bevorzugt gleichmäßige feuchte Wärme über 20 °C und wird heute in vielen tropischen Gebieten nördlich und südlich des Äquators angebaut.

In Indonesien und Grenada, einer kleinen karibischen Insel, wächst ein Großteil der Muskatnüsse für den Export. Bedeutende Vorkommen sind ferner in Indien, Sri Lanka, Malaysia, Neuguinea, Madagaskar und Brasilien.

Verfügbarkeit


Muskatnüsse sind ganzjährig ganz oder als Pulver erhältlich. Auch die Muskatblüte wird ganz oder gemahlen im Handel angeboten, ist allerdings nicht weitläufig bekannt wie die Nuss.

Aussehen, Geschmack, Charakteristika


Botanisch gesehen ist die Musktnuss keine Nuss, sondern der Samenkern einer Beere. Sie wächst an einem immergrünen Baum, der bis zu 100 Jahre alt und 20 m hoch werden kann. Um die Ernte zu erleichtern, werden die dicht belaubten Bäume auf 6 bis 9 m zurückgeschnitten.

Im März bis Juli blähen 6 bis 8 jährige Bäume zum ersten mal. Männliche Bäume werden auf den Plantagen überwiegend aussortiert, weil nur weibliche Bäume Erträge bringen. Aus ihren blassgelben Blüten entwickeln sich fleischige, hellgelbe, pfirsichähnliche Früchte.

Die eiförmigen Beeren sind 3 bis 6 cm lang, etwa 2 bis 5 cm dick und platzen nach neun Monaten Reifezeit auf. Es kommt ein Samen zum Vorschein, der von einem kaminroten, zerschlitzten Samenmantel umhüllt ist. Der getrocknete Samenmantel ist die sogenannte Muskatblüte, sie wird auch als "Macis" bezeichnet. Nach dem Trocknet hat sie eine goldbraune bis gelbliche Farbe.

Auch die dunkelbraunen, harten Samen werden mehrere Wochen getrocknet. Wenn man beim Schütteln ein Klappern hört, hat sich der Samenkern von den Schalen gelöst und die harte Samenschale kann aufgeschlagen werden. Im Inneren befindet sich der bräunliche, eiförmig bis kugelige Samenkern: die Muskatnuss. Sie ist etwa 2,5 cm lang, 2 cm dick, mit einer runzelig-netzartigen Oberfläche und Längsfurchen.

Muskatnüsse duften aromatisch-süßlich nach Kampfer und Harz. Der Geschmack ist bittersüß, würzig, leicht brennend und erinnert etwas an Nelken. Macis riecht und schmeckt ähnlich wie die Muskatnuss, ist allerdings nicht bitter und geschmacklich zarter und aromatischer.

Inhaltsstoffe


Die Muskatnuss enthält 7 bis 16 % ätherisches Öl. Zu den Hauptbestandteile gehören Sabinen und Pinen, weiterhin u. a. Terpinen und Terpinol. Die Inhaltsstoffe Myristicin und Elemicin wirken bei höherer Dosierung haluzinogen. Muskatnuss enthält außerdem 30 bis 40 % Öl, Gerbstoffe und über 25 % Stärke.

Auch in der Muskatblüte ist der Anteil an ätherischem Öl mit 15 % sehr hoch, über 80 % davon sind Monoterpene. Ebenso enthält sie über 20 % Öl und etwa 30 % Stärke.

Schadstoffe


Muskatnüsse sind in größeren Mengen giftig, es wurden sogar Todesfälle beobachtet. Vergiftungserscheinungen können bei einem Erwachsenen auftreten, wenn er 5 Gramm zu sich genommen hat. Das entspricht etwa einer kleinen "Nuss". Die Vergiftung klingt gewöhnlich nach 2 bis 4 Tagen wieder ab.

Bei der Verwendung als Gewürz bestehen dagegen keinerlei gesundheitliche Bedenken.

Qualitätskriterien, optimale Lagerungsbedingungen


Muskatnüsse werden nach Qualität und Größe gehandelt. Am meisten werden Nüsse aus Grenada geschätzt, weil der Anteil an ätherischem Öl hoch ist. Es gibt Klassifizierungen von A bis E, hierbei kennzeichnet Klasse A unbeschädigte und größte Nüsse. Eine andere Einteilung benennt die Anzahl Muskatnüsse pro englisches Pfund, wobei ein Pfund (lb) etwa 454 g entspricht.

Die Muskatblüte wird besonders aus Java und den Banda-Inseln bevorzugt.

Sowohl die Muskatnüsse als auch die -blüten sollten Sie im luftdicht verschlossenen Behälter möglichst kühl, trocken und vor Licht geschützt aufbewahren. Am besten ist es, Sie kaufen Muskatnüsse ganz und mahlen sie nach Bedarf, weil sich das Aroma sonst schnell verflüchtigt.

Vermutliche gesundheitliche Wirkung


Muskatnuss und -blüte regen durch ihren aromatischen Geschmack vermutlich den Appetit und die Verdauung an.

In der traditionellen Heilkunde wird Muskatnuss und -öl bei Erkrankungen im Bereich des Magen-Darm-Traktes verwendet. Wegen möglicher Risiken befürwortet das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte die Anwendung nicht.

In Indien werden Ekzeme und Flechten mit einer Salbe aus Muskatnusspulver und Wasser behandelt.

Verzehrform, Verwendung, Weiterverarbeitung, praktische Zubereitungstipps


Muskatnüsse kommen ganz oder als Gewürzpulver auf den Markt. Die intensiv würzende Muskatnuss wird am besten frisch gerieben und den Speisen sparsam zugefügt. Sie ist hervorragend zum Würzen von Fleischgerichten geeignet, besonders von Hackfleisch, Kalbs- und Geflügelragout. Die Araber würzen traditionell Schaf- und Lammfleisch mit Muskat.

Das Aroma passt gut zu Fischgerichten und Gemüse, wie Karotten, Spargel, Spinat, Porree und sämtliche Kohlsorten. Auch Eiergerichte, Kartoffelpüree, Käse, Suppen und Soßen kann man gut mit Muskat verfeinern.

Sogar Obstsalate, Birnen- oder Pflaumenkompott, Honigkuchen, Konfitüre, Kirsch- und Apfelkuchen bekommen eine pikante Note mir einer kleinen Prise Muskat. Probieren Sie auch einmal heiße Milch oder Kakao und alkoholische warme Getränke, wie Früchtepunsch und Glühwein mit diesem Gewürz abzurunden.

Würztipp


Muskat harmoniert mit Lorbeer, Thymian, Kardamom, Koriander, Nelken, Kreuzkümmel, Ingwer, Pfeffer und Zimt.

Bei gekochten Gerichten ist es empfehlenswert das Gewürz erst am Ende der Garzeit zuzugeben.

Sonstiges


Im 16. Jahrhundert nannte man die Muskatnuss das "Gold Ostindiens", weil sie den Handelsleuten große Reichtümer einbrachte. Zu der Zeit kam sogar das Gerücht auf, sie sei das einzige wirksame Mittel gegen die Pest.

 

 


 

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