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Weintraube

 

botanisch: Vitis vinifera ssp. vinifera

englisch: table grape


Weintraube

 

Der Ursprung der Weintrauben geht weit in die frühzeitige Geschichte zurück. Die Nähe des Kaspischen Meeres gilt als Ort, in denen unsere Kulturweintraube aus der Wildform entstanden ist. Heute werden Weintrauben auf der ganzen Welt angebaut.

Der größte Teil dient zur Weinherstellung und ein kleiner Teil wird zu Rosinen weiterverarbeitet. Nur 15 % des Traubenanbaus dienen dem Frischverzehr. Auch in Deutschland dient der Hauptanbau der Weintrauben für die Weinherstellung. Die dazu verwendeten Traubensorten eignen sich nicht für den Frischverzehr. Die meisten Trauben, die wir frisch verzehren, werden importiert. Mehr als die Hälfte der nach Deutschland importierten Trauben kommen aus Italien.

Verfügbarkeit


Weintrauben sind das ganze Jahr über erhältlich. Von Juli bis November ist das Angebot besonders groß, dies erkennt man auch an den günstigeren Preisen in dieser Zeit. Produkte aus einheimischem Anbau gibt es vereinzelt im September und Oktober zu kaufen.

Aussehen, Geschmack, Charakteristika


Die in Rispen ("Trauben") angeordneten Beeren besitzen eine runde, rundovale oder längliche Form und sind je nach Sorte unterschiedlich groß. Die Farbe der Trauben ist grün, blau, gelb, violett oder bernsteinfarben.

Der Geschmack ist sortentypisch: zuckersüß, süß bis süß-säuerlich.

Durch Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht bildet sich auf manchen Trauben ein Kondensfilm. Durch die Verdunstung bildet sich dann eine natürliche Wachsschicht auf den Trauben.

Es gibt eine beinahe unüberschaubare Sortenvielfalt an Weintrauben. Dabei unterscheidet man in erster Linie zwischen Tafeltrauben für den Verzehr und Keltertrauben für die Weinherstellung. Letztere sind etwas kleiner und besitzen meist Kerne, die oft auch größer sind als die der ausgesprochenen Tafeltrauben. Sie sind besser pressbar und liefern dünnflüsigere Säfte als Tafeltrauben. Sie sind nicht im Handel erhältlich.
Weiterhin ist das wichtigste Unterscheidungsmerkmal die Farbe (blau/ rot und weiß/ grün). Neben den Trauben, die im Fruchtfleisch kleine Kerne enthalten, gibt es auch kernlose ("seedless") Sorten. Sie enthalten weniger Tannin, einen Stoff, der die Früchte bitter macht und größtenteils in den Kernen lokalisiert ist, und sind daher angenehmer zu essen.
Einige Rebsorten eignen sich sowohl für den Frischverzehr, als auch zum Keltern. Zu ihnen zählen zum Beispiel Müller-Thurgau und Gutedel.
Die großbeerigen Muskattrauben gibt es in weiß und in blau. Sie sind die mit Abstand am aromatischsten Trauben. Ihr Aroma ist honig- oder nektarartig. Eine weiße Sorte ist zum Beispiel die fast bronzefarbene Chasselas dorato. Zu den blauen Sorten zählt die Hamburger Muskat. Aus Muskat-Trauben werden auch süße Dessertweine hergestellt, wie zum Beispiel der sizilianische Marsala und der spanische Malaga.
Weiße (auch grüne, gelbe oder bernsteinfarbene) Traubensorten sind zum Beispiel:

* Italia, mit sehr großen, rundlichen, saftigen Früchten und moschusartigem Aroma.

* Perlette, eine kleine, kernlose Sorte, die in Frankreich angebaut wird. Die Schale ist recht dünn und das Aroma säuerlich.

* Sultana, eine kleinere Sorte, die im Januar und Februar aus Südafrika, im Juli und August aus Zypern und der Türkei und danach bis Oktober aus Griechenland importiert wird. Die Beeren sind etwas länglich, grüngolden und bereift (mit weißer Schicht überzogen). Das Fruchtfleisch ist saftig.

* Sultanine, in Portugal, Zypern, Griechenland und der Türkei angebaut, wird diese Sorte häufig für Rosinen verwendet.

* Thompson: eine Kreuzung aus Sultana-Trauben.

* Thompson Seedless sind kernlose, längliche Früchte von mittlerer Größe. Ihre Schale ist dünn und bereift, ihr Fruchtfleisch süß und saftig. Sie werden in Kalifornien, Zypern und Ägypten angebaut.

Zu den blauen (auch roten oder schwarzen) Traubensorten gehören:

* Alphonse Lavallée, auch Ribier genannt, werden zu Beginn des Jahres aus Afrika, danach aus Argentinien, Chile, Spanien und Griechenland importiert. Die Beeren sind groß und rund, mit dicker, dunkler Schale und festem, knackigen Fleisch.

* Cardinal, mit großen, ovalen Früchten. Die Schale ist eher rot-violett als blau, das Fruchtfleisch zwar fleischig-fest, aber geschmacklich eher fade.

* Flame Seedless sind recht kleine, kernlose Trauben, deren Schale dünn und weinrot ist. Das Fruchtfleisch ist saftig und sehr süß.

* Italia, die es in weiß und in blau gibt.

* Napoleon wird zwischen September und November in Spanien geerntet. Die dicke Schale ist dunkelviolett und stark bereift, das Fruchtfleisch süß.

Zu den bekanntesten Kelterweinbeeren gehören Kabernet, Trollinger, Silvaner, Weißer Burgunder, Traminer und Riesling (weiße Sorten), sowie Blauer Portugieser, Blauer Spätburgunder und Merlot (blaue Sorten).

Inhaltsstoffe


Weintrauben enthalten leicht verdauliche Kohlenhydrate, z.B. Traubenzucker, die rasch ins Blut gehen und so schnell Energie liefern.

Blaue Weintrauben enthalten in der Schale sekundäre Pflanzenstoffe, die Anthozyane, die ihnen die blaue Farbe geben und vorbeugend gegen Krebs wirken sollen. Außerdem kommen Tannine in Weintrauben vor.

100 g enthalten

Weintrauben, frisch
Rosinen
Energie (kcal)
71
298
Wasser (g)
81
19
Eiweiß (g)
1
2,5
Fett (g)
< 1
< 1
Kohlenhydrate (g)
16
66
Ballaststoffe (g)
1
5,4
Vitamin C (mg)
4
1
Vitamin A (RÄ) (µg)
4
5
Folsäure (µg)
5
4
Kalium (mg)
190
782
Natrium (mg)
2
21
Calcium (mg)
18
31
Magnesium (mg)
9
15
Eisen (mg)
0,5
0,3


Qualitätskriterien, optimale Lagerungsbedingungen


Leider kann man den Weintrauben, vor allem den blauen Beeren, den guten Geschmack von außen nicht ansehen. Die Reife von hellen Beeren erkennen Sie an ihrer hellen gelbgrünen Farbe oder an ihrer Bernsteinfarbe. Bräunliche Stielansätze sind Zeichen für Überreife. Wenn Sie geschmacklich sicher gehen wollen, bitten Sie den Händler um eine Kostprobe.

Im Kühlschrank sind Weintrauben ein paar Tage lagerfähig. Wichtig ist, dass einzelne faulende Trauben sofort entfernt werden.

Verzehrform, Verwendung, Weiterverarbeitung, praktische Zubereitungstipps


Weintrauben verzehrt man in der Regel roh. Zuvor sollten Sie mit lauwarmem Wasser gründlich abgewaschen werden. Gerne werden Sie als Dekoration für Käseplatten oder für Käsespieße verwendet.

Darüber hinaus finden Weintrauben als Tortenbelag oder in Nachspeisen Verwendung. Warm werden Weintrauben kaum gegessen. Marmelade aus Weintrauben ist eher unüblich. Aus den Kernen lässt sich ein für Speisezwecke brauchbares Traubenkernöl mit edlem Geschmack gewinnen. Wie schon erwähnt, werden die meisten Trauben zu Wein verarbeitet.

Ein anderer wirtschaftlich bedeutender Faktor ist die Herstellung von Rosinen. Diese Art der Verarbeitung von Weintrauben wurde von den Ägyptern erfunden und galt schon damals als sehr lukrativ. Zur Produktion von Rosinen bleiben die Weintrauben bis zur Überreife an den Reben hängen und werden nach der Ernte getrocknet, bis ihr Wassergehalt nur noch 15-18 % beträgt. Aus 2-3 kg Trauben werden etwa 500 g Rosinen gewonnen, die je nach Sorte hellbraun bis fast schwarz sein können. Gelegentlich werden die Rosinen bei der Herstellung geschwefelt, dadurch bleiben die länger haltbar und verfärben sich nicht. Bei und kommen überwiegend ungeschwefelte Rosinen in den Handel, die zu Verkaufszwecken auch als solche deklariert werden. Die Kennzeichnung geschwefelter Rosinen ist vorgeschrieben.

Der Begriff Rosinen fasst alle Arten von getrockneten Weintrauben zusammen, genauere Bezeichnungen sind Korinthen, Sultaninen, Sultanas und Traubenrosinen. Sie unterschieden sich in Farbe, Größe und der verwendeten Sorte an Trauben. Rosinen finden hauptsächlich Verwendung als Backzutat, in Nachspeisen, Müslis oder Rohkostgerichten. So können zudem ein Snack für Zwischendurch sein oder orientalische Reisgerichte mit ihrem süßlichen Geschmack bereichern.


 

 

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  Dieser Artikel wurde verfasst von

         

 


 

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