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Sonnenblumenkern

 

botanisch: Helianthus annuus

englisch: sunflower seed


Sonnenblumenkern

 

Die Sonnenblume zählt zu den wichtigsten Ölpflanzen auf der Erde.
Die Heimat der Sonnenblume ist das westliche und mittlere Nordamerika. Indianer nutzten die Kerne schon seit Jahrtausenden und kultivierten die Pflanze Mitte des 13. Jahrhunderts.

Um 1510 brachten die Spanier die Sonnenblume nach Europa, allerdings wurde sie erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Russland als Ölpflanze genutzt.

Heute wird die Sonnenblume besonders in Europa, Russland, Argentinien, den USA und Indien angebaut. Auch in Deutschland werden Sonnen-blumen kultiviert. Am besten wachsen sie allerdings in Ländern mit einem kurzen, heißen Sommer und einer ausreichenden Wasserversorgung.

Verfügbarkeit


Sonnenblumenkerne werden im September/Oktober durch Mähdrusch geerntet. In Deutschland sind geschälte Samen ganzjährig erhältlich, ungeschälte Kerne werden hauptsächlich als Vogelfutter gehandelt.

Aussehen, Geschmack, Charakteristika


Die Sonnenblume ist eine einjährige Pflanze und gehört botanisch zur Familie der Korbblütler. Sie wird je nach Sorte etwa 1,5 bis 3 Meter hoch, vereinzelt sogar bis 4 Meter. Für den Feldanbau werden kleinere Sorten bevorzugt, weil sie maschinell geerntet werden können. Die Sonnenblume besitzt einen sehr kräftigen, leicht rauhaarigen Stängel und langstielige, herzförmig, rau behaarte Laubblätter, deren Rand stark gezähnt ist.

Die Pflanze blüht von Juli bis Oktober. Die Blütenköpfe können einen Durchmesser von bis zu 40 cm erreichen. Sie sind innen bräunlich und tragen außen gelb bis orange, längliche Blütenblätter. In einer großen Blüte entwickeln sich etwa 1000 bis 1500 Früchte: die Sonnenblumenkerne. Der Schalenanteil an der gesamten Frucht ist abhängig von der Schalendicke und liegt heute bei 15 bis 20 %, früher waren es noch etwa 40 %.

Die Schale der Früchte ist lederartig-holzig, etwa 1 bis 2 cm lang, auf einer Seite zugespitzt und auf der anderen Seite rundlich. Die Farbe kann von schwarz bis weißlich variieren, sie ist einfarbig oder längsgestreift. Unter der Schale befindet sich der fleischige, beige-graue Samen. Größe und Form des Samens ist sortenabhängig variabel, meist ist er abgeflacht und läuft an einer Seite spitz zu.

Der Geschmack von Sonnenblumenkernen ist aromatisch, süßlich und nussartig.

Inhaltsstoffe


Sonnenblumenkerne haben - wie alle anderen Saaten - nur einen geringen Wassergehalt. Gleichzeitig enthalten sie viel Fett und Eiweiß, das macht sie kalorienreich.

Der Ölgehalt in den Kernen und deren Fettsäuremuster wird erheblich von den Wachstumsbedingungen, insbesondere der Temperatur beeinflusst. Normalerweise überwiegt bei den Fettsäuren der Linolsäuregehalt (bis 80 %), es gibt allerdings auch neue Züchtungen mit einem besonders hohen Gehalt an Ölsäure (bis 90 %), sogenannte "High-oleic-Sorten".

Außerdem weisen die Samen einen sehr hohen Gehalt an Vitamin E und Magnesium und einen hohen Gehalt an Vitamin B1 und B6, Folsäure und Niacin auf. Weiter enthalten sie reichlich Kalium und Eisen.

100 g enthalten:

 
Sonnenblumen-
kerne
Energie (kcal)
575
Wasser (g)
6
Eiweiß (g)
23
Fett (g)
49
Kohlenhydrate (g)
12
Ballaststoffe (g)
6
Vitamin A (RÄ) (µg)
3
Vitamin E (mg)
38
Vitamin B1 (mg)
1,9
Vitamin B2 (mg)
0,2
Niacin (mg)
9
Vitamin B6 (mg)
0,6
Folsäure (µg)
100
Kalium (mg)
710
Natrium (mg)
2
Calcium (mg)
100
Magnesium (mg)
395
Eisen (mg)
6,3
Gesättigte
Fettsäuren (g)
5,7
Einfach ungesättigte
Fettsäuren (g)
11,0
Mehrfach ungesättigte
Fettsäuren (g)
30,2


Qualitätskriterien, optimale Lagerungsbedingungen


Sonnenblumenkerne sollten trocken, kühl und dunkel im luftdicht verschlossenen Behälter gelagert werden, sonst werden sie ranzig.

Verzehrform, Verwendung, Weiterverarbeitung, praktische Zubereitungstipps


Bei uns werden Sonnenblumenkerne besonders in der Bäckerei eingesetzt. Die ganzen Samen werden in Backwaren verarbeitet oder als Dekor aufgestreut, ebenso beliebt sind sie in Süßwaren, Bratlingen und Müslimischungen. Mittlerweile werden im Handel auch vegetarische Brotaufstriche auf Basis von gemahlenen Sonnenblumenkernen angeboten.

Das Aroma der Kerne schmeckt intensiver, wenn sie vor dem Gebrauch in einer trockenen Pfanne kurz geröstet werden. Sie können über Gemüsegerichte, Suppen, Nudelgerichte und Salate gestreut werden.

Besonders im Mittelmeergebiet und Osteuropa werden großkernige Samen gerne roh oder geröstet und gesalzen als Knabberartikel gegessen.

Sonnenblumenkerne gehören zur Gruppe der Ölsaaten, weil sie in erster Linie zur Ölgewinnung genutzt werden. Das Öl wird direkt als Speiseöl oder zur Herstellung von Margarine eingesetzt.

Sonstiges


Sonnenblumenkerne mit einem niedrigeren Fettgehalt werden auch als Vogelfutter angeboten. Die Rückstände, die bei der Ölgewinnung anfallen, der sogenannte Presskuchen, wird als Kraftfutter für Tiere verwendet. Auch die Blätter und entkernten Köpfe der Sonnenblume werden als Viehfutter verwertet.

 

 

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  Dieser Artikel wurde verfasst von

         

 


 

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