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Quinoa

 

Synonyme: Quinua, Reismelde, Inkareis, Inkakorn, Reisspinat, Perureis, Peruspinat

botanisch: Chenopodium quinoa

englisch: quinoa


Quinoa

 

Quinoa, der auch das „Gold der Inka“ genannt wird, hat seinen Ursprung in Südamerika, schon lange Zeit vor den Inkas. In Bolivien, Argentinien, Chile, Kolumbien und Peru bauten Indianerstämme Quinoa als wichtige Nahrungspflanze an. Bei den Inkas kam ihr sogar eine religiöse Bedeutung zu.

Im 16. Jahrhundert, nach der Eroberung durch die Spanier, wurde der Anbau von Quinoa in Südamerika reduziert und durch Getreidearten ersetzt, die den Spaniern bekannt waren. Grund dafür dürfte die Besorgnis der Spanier gewesen sein, dass der Anbau heiliger Pflanzen den Christianisierungsauftrag behindern könnte.

Erst in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts gewann Quinoa wieder verstärkt an Bedeutung und wurde vermehrt angebaut.

In Europa wurde er erstmals um 1550 erwähnt. Als Nutzpflanze hat er aber nie eine große Rolle gespielt, lediglich bei Engpässen in Kriegszeiten wurde dort Quinoa angebaut. Der Anbau gelang aber in den wenigsten Fällen und konnte sich nach den Kriegsjahren nicht durchsetzten.

Seit den 80er Jahren werden europaweit Untersuchungen zum Anbau gemacht. Quinoa erfreut sich seither einer steigenden Beliebtheit und Bekanntheit. Dennoch beschränken sich heutige Anbaugebiete und Lieferanten zum Großteil auf Südamerika.

Verfügbarkeit


Weltweit sind mehrere hundert Sorten bekannt, deren Ernte Mitte September beginnt. In getrockneter Form oder auch verarbeitet ist Quinoa in Deutschland dauerhaft im Handel zu finden.

Aussehen, Geschmack, Charakteristika


Quinoa gehört zu der Familie der Gänsefußgewächse. Das Aussehen der Pflanze variiert sehr stark in Wuchshöhe, Farbe der Pflanze, Blütenstände und Körner sowie Korngröße. Sie ist meist grünlich, die Blätter je nach Reife gelb bis rot. Die Körner werden je nach Art in den unterschiedlichsten Farben ausgebildet und treten in hell-durchscheinend, weiß, rötlich, gelblich-braun bis hin zu schwarz auf. Sie haben einen Durchmesser von ungefähr zwei Millimeter und ähneln in ihrem Aussehen der Hirse.

Für den Verkauf in Deutschland werden hauptsächlich beige bis weiß-gelbe Samen verwendet, denen aber stets ein Teil dunklerer Körner beigemischt wird. Wie der Buchweizen auch, wird der Samen botanisch zu den Nüssen gezählt. Der Geschmack ist leicht nussig und reisähnlich.

Quinoa stammt aus Südamerika und ist aufgrund des dortigen Klimas an Kälte- und Trockenperioden gewöhnt. Temperaturen bis -4 °C kann die Pflanze gut überdauern. In Höhenlagen bis 4200 m über NN ist ein Wachstum möglich.

Inhaltsstoffe


Quinoa zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an einigen Mineralstoffen und Spurenelementen aus, deren Gehalte weit über denen in Weizen liegen. Besonders Eisen, Zink, Kalium, Phosphor, Magnesium, Calcium und Mangan sind in erheblichen Mengen vorhanden.

Lysin ist, verglichen mit Weizen, ebenfalls in fast dreifacher Konzentration enthalten. Zusätzlich ist der Anteil ungesättigter Fettsäuren hoch.

Quinoa enthält kein Gluten und eignet sich wie die anderen Pseudogetreidearten in der Ernährung von Zöliakiekranken.

100 g enthalten:


Quinoa
Energie (kcal)
344
Wasser (g)
13
Eiweiß (g)
14
Fett (g)
5
Kohlenhydrate (g)
61
Ballaststoffe (g)
4,4
Kalium (mg)
804
Magnesium (mg)
276
Calcium (mg)
80
Eisen (mg)
8
Phosphor (mg)
328
Zink (mg)
2,5
Mangan (mg)
2,8


Schadstoffe


Unbearbeiteter Quinoa enthält zum Schutz vor Schädlingen Saponine. Das sind bitter schmeckende Stoffe, die eine Reizung der Schleimhaut im Darm verursachen können und so dafür sorgen, dass Schadstoffe und Allergene über die Darmwand ins Blut gelangen.

Dem im Handel erhältlichen Quinoa müssen vor dem Verkauf die Saponine entzogen werden. Dazu wird er gewaschen oder geschliffen. Dennoch bleibt ein gewisser Anteil zurück. Aus diesem Grund sollte bei Kleinkindern auf einen Verzehr von Quinoa verzichtet werden. Da ihr Verdauungssystem noch nicht vollständig ausgereift ist, kann die Wirkung der Saponine problematisch sein. Auch für Erwachsene mit einer Darmentzündung können sie gefährlich werden. Es ist daher anzuraten, dass Quinoa in jedem Fall vor dem Verzehr gründlich abgewaschen wird.

Mittlerweile wurden auch saponinfreie Sorten gezüchtet, dazu zählen „Real“ und „Sajawa“.

Verzehrform, Verwendung, Weiterverarbeitung, praktische Zubereitungstipps


Quinoa eignet sich als Beilage, zur Herstellung von Aufläufen, Pfannkuchen oder als Beigabe zu Gemüsepfannen. Erhältlich ist er als ganzes Korn, in Form von Mehl, Flocken und Popkorn.

Die Blätter werden in Südamerika als Gemüse und Salat verspeist und gerösteter Quinoa wird für die Herstellung eines kaffeeähnlichen Getränkes, Carapuluque, verwendet.

 

 

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  Dieser Artikel wurde verfasst von

         

 


 

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