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Raps

 

Synonyme: Ölraps, Colza, Kolza, Kohlraps, Schwedischer Raps, Lewat, Rapssaat, Kohlsaat, Kohlsamen

botanisch: Brassica napus

englisch: rape, rapeseed, canola, colza


Rapssaat

 

Schon seit Jahrhunderten wird Raps bei uns angebaut. Im Mittelalter wurde er nach Mitteleuropa gebracht und wird seit jeher zur Herstellung von Ölen verwendet. Seinen Ursprung hat Raps im östlichen Mittelmeerraum.

Nach der Einführung von Petroleum in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts ging der Anbau stark zurück. Im 2. Weltkrieg stieg er erneut an – Raps diente der Herstellung von Margarine – konnte sich nach den Kriegsjahren jedoch nicht durchsetzen. Erst seit den 80er Jahren wird er wieder vermehrt angebaut und erfreut sich einer wachsenden Beliebtheit. Grund sind vermehrte Forschung und neue Züchtungen.

Außer in Deutschland wird Raps auch in China, Kanada, der ehemaligen Sowjetunion, Indien, Pakistan, Japan sowie in zahlreichen anderen Ländern angebaut.

Verfügbarkeit


Durch die neuen Züchtungen entstanden Sorten, die durch zahlreiche Vorteile auf größeren Anklang stießen als alte Sorten. Als so genannter Null-Raps werden Sorten bezeichnet, die nur noch einen Gehalt von etwa 0,1 % Erucasäure enthalten. Erucasäure ist eine Fettsäure, die durch die einfach ungesättigte Fettsäure Ölsäure ersetzt wurde. Diese ist für den menschlichen Körper wesentlich besser verträglich. Als Doppelnull-Raps werden Sorten bezeichnet, die neben der Absenkung der Erucasäure zusätzlich glucosinolatarm sind. Zudem wird zwischen Sommer- und Winterraps unterschieden.

Aussehen, Geschmack, Charakteristika


Der Raps gehört, wie Kohl und Senf, botanisch zu den Kreuzblütlern. Im Mai ist er unverkennbar, wenn die Blüten in strahlendem gelb ihre volle Pracht zeigen. Bis zu 100 solche gelben Blüten trägt eine einzelne Rapspflanze.

Die runden, braunen bis rotbraunen Samen haben einen Durchmesser von etwa 1-2 mm. Nach der Befruchtung der Pflanze entstehen bis zu 2500 Samen in einer Schote. Sie werden zur Gewinnung von Speiseöl verwendet, dass ebenso wie die Blüten leuchtend gelb ist.

In der Landwirtschaft ist Raps von großer Bedeutung, er lockert und belüftet den Boden, was die Erträge der nachfolgend angebauten Pflanzen erhöht.

Inhaltsstoffe


Die Samen enthalten etwa 40-50 % Fett und bis zu 20 % Eiweiß. Wie bereits erwähnt, ist der Gehalt an Erucasäure und Glucosinolaten in vielen Sorten vermindert.

An dieser Stelle soll die genaue Zusammensetzung von Rapsöl aufgelistet werden. Es trägt gut zu einer Versorgung mit lebensnotwendigen Fettsäuren bei. Das Verhältnis von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren ist optimal. Sie sollen in einem Verhältnis von 1:2 aufgenommen werden, Rapsöl liefert dieses ziemlich genau.

Gesättigte Fettsäuren sollen maximal 10 % des Gesamtenergiebedarfs pro Tag ausmachen, ungesättigte Fettsäuren etwa 20 %. Der Gehalt an gesättigten Fettsäuren liegt in Rapsöl mit rund 8 g je 100 g sehr gut.

Vitamin E ist in besonders hohen Mengen vertreten, jedoch müsste man, um den Tagesbedarf decken zu können, mehr als 50 g Rapsöl pro Tag verzehren.

100 g enthalten:


Rapsöl
Energie (kcal)
875
Wasser (g)
< 1
Eiweiß (g)
0
Fett (g)
99
Kohlenhydrate (g)
0
Ballaststoffe (g)
0
Vitamin A (RÄ) (μg)
550
Vitamin E (mg)
23
gesättigte Fettsäuren (g)
7,7
Omega-3-Fettsäuren (g)
9,5
Omega-6-Fettsäuren (g)
22


Schadstoffe


Erucasäure kann sich an der Herzmuskulatur anlagern und, in größeren Mengen aufgenommen, zu Schädigungen führen. Sie darf heute nur noch zu maximal 5 % in Rapsöl enthalten sein.

Glucosinolate sind Schwefelverbindungen, die u. a. die Kropfbildung fördern und zum bitteren und beißenden Geschmack von Rapsölen beitragen. Mittlerweile werden auch einige gesundheitsfördernde Wirkungen vermutet, wie zum Beispiel die Senkung des Cholesterinspiegels.

Durch Null- und Doppelnull-Raps wird dem Risiko, das von Erucasäure und Glucosinolaten ausgeht, entgegengewirkt.

Vermutliche gesundheitliche Wirkung


Durch den Verzehr von Rapsöl können viele essentielle Fettsäuren aufgenommen werden, d. h. solche, die der Körper nicht selbst herstellen kann, die aber lebensnotwendige Funktionen übernehmen und mit der Nahrung zugeführt werden müssen. Ein gutes Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren sowie von gesättigten zu ungesättigten Fettsäuren ist außerdem gegeben. Eine optimale Fettzufuhr hat allgemein Einfluss auf die Entstehung von Herzkrankheiten, Arteriosklerose und vielem mehr.

Verzehrform, Verwendung, Weiterverarbeitung, praktische Zubereitungstipps


Auf Rapsöl und dessen Bedeutung wurde bereits intensiv eingegangen. Doch wie gewinnt man das Öl? Zwei verschiedene Öle werden unterschieden:

* Kaltgepresstes Rapsöl

Die gereinigten Samen werden durch Druck gepresst und anschließend mehrfach gefiltert. Ansonsten wird es nicht behandelt, daher sind Farbe und Geschmack sehr intensiv. Kaltgepresstes Rapsöl hat ein nussiges Aroma und eignet sich für die Zubereitung kalter Speisen wie Salatsaucen und Dips.

* Feines Rapsöl

Bevor die Samen gepresst werden, werden sie erwärmt um die Ausbeute beim Pressvorgang zu steigern. Anschließend werden Geschmacks-, Geruchs- und Aromastoffe entfernt, so dass das Öl neutral riecht und schmeckt. Dieses Öl eignet sich zum Dünsten, Braten und Backen.

Neben der Produktion von Rapsöl, das zum Verzehr bestimmt ist, wird auch Öl produziert, das als Zusatz für Schmierseifen, Reinigungsmittel und Kosmetika Verwendung findet. Bei der Pressung des Öles fällt Rapskuchen als Abfallprodukt an. Er wird aufgearbeitet und als eiweißreiches Tierfutter eingesetzt. Des Weiteren kann Raps zur Gewinnung von Treibstoff (Biodiesel) verwendet werden.

Raps spendet viel Nektar und Pollen und stellt in Deutschland die wichtigste Pflanze für Honigbienen dar. Charakteristisch für Rapshonig ist sein mildes und blumiges Aroma, die helle Farbe und die cremige Konsistenz. Er eignet sich gut zum Süßen von Tee und zur Verfeinerung von Gebäck.

 

 

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