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Roselle

 

Synonyme: Sabdariff-Eibisch, Sudan-Eibisch, Afrikanische Malve, Karkade

botanisch: Hibiscus sabdariffa L.

englisch: rozelle, sorrel, red sorrel, Jamaica sorrel, Indian sorrel, Guinea sorrel, sour-sour, Queensland jelly plant, jelly okra, lemon bush, and Florida cranberry

 

Diese Pflanze aus der Familie der Malvengewächse findet bei uns ausschließlich Verwendung im Malven- oder Hibiskustee.
In ihren Herkunftsländern jedoch ist ihre Nutzung vielfältiger: man brüht Tee auf, stellt juteähnliche Fasern her und benutzt die dabei anfallenden Rückstände zur Papierproduktion.

 

Die heute in den ganzen Tropen kultivierte Pflanze stammt ursprünglich wahrscheinlich aus Afrika.
Nach Deutschland importierte Blüten kommen meist aus dem Sudan, Ägypten, Thailand, Mexiko oder China.

Aussehen, Geschmack, Charakteristika


Die krautige Pflanze wird ca. zwei Meter hoch und hat einen aufrechten, glatten Stängel, dessen Farbe je nach Sorte variiert. Ihre Blüten sind 6 bis 7 cm groß und gelb, am Grunde dunkelrot. Sie öffnen sich am Morgen und verblühen schon am Abend desselben Tages wieder.
Gegessen werden können sowohl der Blütenkelch, der zur Samenreife noch grün ist, dann aber fleischig und leuchtend rot wird, als auch die 2 bis 8 cm langen Laubblätter. Diese haben zwei Erscheinungsformen: sie können entweder eiförmig oder fingerförmig dreigelappt sein.
Der Geruch der Roselle wird als schwach und unangenehm beschrieben, ihr Geschmack hingegen als säuerlich und erfrischend.

Inhaltsstoffe


Für den säuerlichen Geschmack sind eine Reihe an Fruchtsäuren verantwortlich, die insgesamt etwa 30 bis 40 % ausmachen. Zu den wichtigsten zählen Äpfelsäure, Zitronensäure (unterstützen die Wirkung von Antioxidantien und verhindern das Braunwerden von geschnittenem Obst durch Hemmung der dafür verantwortlichen Enzyme), Ascorbinsäure (Vitamin C) und Weinsäure (Antioxidationsmittel).

Verzehrform, Verwendung, Weiterverarbeitung, praktische Zubereitungstipps


Die fleischig gewordenen, leuchtend roten Blütenkelche mit ihren Samenkapseln werden als Obst verzehrt, zu Erfrischungsgetränken oder Gelee weiterverarbeitet oder aufgebrüht und als Tee getrunken. In Afrika werden sie auch oft gekocht und mit gemahlenen Erdnüssen zusammen als Beilage gegessen. Zum Kochen von Soße oder zum Füllen von Torten und Pasteten werden die Kelche, je nach Belieben, ganz gelassen oder zerkleinert und mit Zucker gekocht. Das Ergebnis kann man in Geschmack und Aussehen kaum von Cranberrysoße unterscheiden. Durch Einkochen der Blütenkelche erhält man Saft.
Da der Blütenkelch ca. 3,2 % Pektin enthält, ist es nicht nötig, bei der Herstellung von Puddings, Eiscreme und Gelees Geliermittel hinzuzufügen. Bei uns ist in erster Linie die Verwendung der Roselle als Zutat in Malven- oder Hibiskustee üblich, in denen sie für den säuerlichen Geschmack und die rote Farbe sorgt. Die Samen werden, wenn man sie von der Frucht trennt, wie Sesam verzehrt. Aus ihnen kann aber ebenso ein gutes Speiseöl gewonnen werden. Auch die Laubblätter sind essbar: sie werden wie Gemüse zubereitet.

In Afrika, Indien und Mexiko werden der Roselle medizinische Wirkungen zugeschrieben: Sie soll den Blutdruck senken, harntreibend und fiebersenkend sein und die Darmtätigkeit anregen. Ein Tee wird als Hustenmittel genutzt. Den verschiedenen Teilen der Pflanze fallen viele weitere medizinische Bedeutungen zu, die aber bisher nicht bestätigt sind. Beim Verzehr von größeren Mengen ist allerdings eine abführende Wirkung zu beobachten.

 

 

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