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Mispel

 

Synonyme: Hundsärsch, Hundsarsch, Aschperln, Asperl, Dörrlitzen, Dürgen, Dürrlitzen, Echte Mispel, Hespelein, Mispelche, Nespoli, Nispel

botanisch: Mespilus germanica

engl.: Medlar


Mispel

 

Die Mispel stammt aus dem in Vorderasien gelegenen Kleinen Kaukasus und Südosteuropa, wo sie von den Assyrern angebaut wurde. Von dort gelangte sie nach Süd-, Mitte- und Westeuropa und nach Kalifornien und Japan.


Heute ist die Mispel nur noch von geringer Bedeutung für den erwerbsmäßigen Anbau, lediglich im Iran isst man sie noch gerne. Ansonsten wird sie in Italien und Großbritannien in geringen Mengen angebaut. In Deutschland ist die Mispel eher eine Garten- als Speisefrucht, die nur von Liebhabern kultiviert wird und ansonsten hin und wieder wild wachsend zu finden ist.

 

Verfügbarkeit

Da sie in Deutschland nicht erwerbsmäßig angebaut werden, findet man Mispeln nicht im Geschäft und nur sehr selten auf dem Markt zu kaufen, sondern kann sie nur pflücken, wenn man sie findet.

Die Reifezeit liegt im September und Oktober. Allerdings kann man die Früchte dann noch nicht essen, da sie durch die enthaltenen Gerbstoffe sehr bitter sind. Erst nach längerer Lagerdauer und Frost, wenn sie anfangen zu faulen, werden sie genießbar. In Griechenland, dem Iran, Italien, Spanien, Südfrankreich und der Türkei hingegen werden Mispeln öfter auf Märkten angeboten.

Aussehen, Geschmack, Charakteristika

Mispeln sind die kleinen rot-braunen bis grünlich-braunen Früchte eines kleinen Laubbaumes. Wie Äpfel und Birnen gehören sie zu den Scheinfrüchten, bzw. dem Kernobst. Sie sind sehr hart und kugelig und an einem Ende sehen sie wie eingedrückt aus. Dort kann man auch mehrere kleine Kerne erkennen. Diese eingedrückte Seite mit den fünf Zipfeln ist das Kelchblattende der Blüte. Ihr verdankt die Frucht den unschönen französischen Namen cul de chien, was übersetzt Hundsarsch bedeutet.


Mispeln sind erst genießbar, wenn sie überreif sind und beginnen zu faulen. Erst dann nämlich wird das Fruchtfleisch weich und der hohe Anteil an den bitteren Gerbstoffen (Tanninen) verringert sich. Vom Geschmack ähneln Mispel im Zustand der Edelfäule dann getrockneten Datteln, sind aber nicht so süß, sondern eher süß-säuerlich, mit leicht weinartigem Aroma. Der Geruch ist mostartig.
In Italien, Griechenland, der Türkei, dem Iran, Spanien und Südfrankreich sind sie meist etwas größer und schmecken weniger herb.


Obwohl es keine Mispel-Sorten gibt, kann man doch mehrere Typen unterscheiden: Den Apfel-Typ mit einem kurzen Stiel, die Birnenmispel mit langem Stiel, die italienische Oktober-Mispel ohne Kerne und größere, wohlschmeckendere Zuchtformen.

 

Inhaltsstoffe

Mispeln enthalten Pektin, ein natürliches Geliermittel und recht große Mengen an Tanninen. Tannine sind bitter schmeckende, adstringierend wirkende pflanzliche Gerbstoffe. Sie schützen sich damit vor Pflanzenfressern. Ungesund sind sie selber nicht. Aber sie können blähend wirken, die Resorption bestimmter Arzneistoffe durch die Darmschleimhaut und die Resorption von Eisen hemmen.

100g enthalten

 
Mispel, roh
Energie (kcal)
44
Wasser (g)
87,5
Eiweiß (g)
0,5
Fett (g)
0
Kohlenhydrate (g)
10,6
Ballaststoffe (g)
2,1
Vitamin C (mg)
2
Vitamin A (RÄ)(µg)
133
Folsäure ()
k.A.*
Kalium (mg)
250
Natrium (mg)
6
Calcium (mg)
30
Magnesium (mg)
11
Eisen (mg)
0,5
k.A.*: keine Angaben bekannt

Verzehrform, Verwendung, Weiterverarbeitung, praktische Zubereitungstipps

Mispeln sollten zwecks Genießbarkeit nach dem Pflücken auf Stroh ausgebreitet und mehrere Wochen trocken und kühl gelagert werden. In dieser Zeit werden die bitteren Tannine abgebaut und gleichzeitig das Fruchtfleisch weicher, teigiger. Wenn sie auf Druck nachgeben kann man sie essen. Die Schale wird in dieser Zeit dunkelbraun und ledrig. Durch die begonnene Gärung hat sich etwas Alkohol gebildet.

Um den Prozess abzukürzen, kann man die ganzen, unreifen Mispeln auch einfrieren und anschließend bei Zimmertemperatur einige Zeit lagern. Gegessen werden Mispeln dann mit einem Löffel direkt aus der Schale oder man zieht die Schale an den Zipfeln oder vom Stiel her ab und saugt sie aus. Die Kerne allerdings kann man nicht essen.

Aus Mispeln kann man auch Marmeladen, Muse oder Gelees kochen. Sie enthalten viel Pektin, sodass sie gut gelieren. Man benötigt aber recht viel Zucker. Und recht viel Zeit, denn von den kleinen Früchten bleibt nach Entfernen von Stiel, Haut und Kernen nicht mehr viel übrig, sodass man eine recht große Menge davon verarbeiten muss. In einer Soße passen sie gut zu deftigen Fleischgerichten.

 

 

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  Dieser Artikel wurde verfasst von

         

 


 

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