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Anis

 

Synonyme: Brotsame, runder Fenchel, süßer Kümmel, Aneis, Taubenanis

botanisch: Pimpinella anisum

englisch: anise, anise seeds (Früchte)


Anis

 

Anis zählt zu den ältesten Gewürzen, es wurde schon um 1500 v. Chr. in alten Schriften erwähnt. Als ursprüngliche Heimat vermutet man Vorderasien und das östliche Mittelmeergebiet. Nach Mitteleuropa kam Anis erst im 8. Jahrhundert.

Heute wird Anis vielerorts in Europa, Asien und Nordamerika angebaut, in größerem Umfang in Ländern mit warmen, trockenen Klima z.B. wie Spanien, Italien und Frankreich. Für den Eigenbedarf können Sie Anis auch im eigenen Garten anbauen.

Verfügbarkeit


Die Ernte der Anisfrüchte ist im August/September. Die Pflanzen werden gemäht oder aus dem Boden gezogen und getrocknet. Die reifen Früchte werden dann gedroschen oder fallen alleine aus den Dolden heraus.

Anis wird ganzjährig ganz oder gemahlen angeboten.

Aussehen, Geschmack, Charakteristika


Anis gehört wie z.B. Dill, Kümmel und Fenchel zur Familie der Doldenblütler. Er wird 20 bis 50 cm hoch und in den Dolden bilden sich die Früchte aus. Diese bestehen eigentlich aus zwei Teilfrüchten, auch Spaltfrüchte genannt.

Sie sind 3 bis 6 mm lang, halbmondförmige bis oval, abgeflacht und fein gerippt. Die Farbe der Früchte kann zwischen Gelbgrün und Graugrün variieren.

Als Gewürz werden hauptsächlich die Früchte der Anispflanze verwendet, aber auch ihre jungen Blätter eignen sich gut zum Würzen. Das würzig frische Aroma von Anis ist fruchtig, süß und erinnert an Lakritz. Die Blätter besitzen zusätzlich eine mild-pfeffrige Note.

Inhaltsstoffe


Anis enthält 1,5 bis 6 % ätherisches Öl, dessen Hauptbestandteil Anethol darstellt.

Qualitätskriterien, optimale Lagerungsbedingungen


Am besten ist es, Sie kaufen die Anis als ganze Frucht und mahlen sie erst nach Bedarf, weil sich das Aroma sonst schnell verflüchtigt. Die Früchte sollten dunkel und trocken aufbewahrt werden, luftdicht verschlossen bleiben sie etwa 2 Jahre aromatisch.

Vermutliche gesundheitliche Wirkung


Anis gilt allgemein als gesundheitsstärkend, appetitanregend und verdauungsfördernd. Die Früchte werden vor allem bei Entzündungen der Luftwege angewendet. Dabei werden Anisaufgüsse oder Extrakte getrunken oder anishaltige Salben oder Öle zum Einreiben oder Inhalieren benutzt.

Anis und Anisschnaps werden in der Volksmedizin aphrodisische Wirkung zugesprochen. Ebenso soll er bei Frauen nach der Schwangerschaft die Bildung von Muttermilch anregen.

Verzehrform, Verwendung, Weiterverarbeitung, praktische Zubereitungstipps


Das Gewürz wird als ganze Früchte, geschrotet oder gemahlen angeboten. Bei uns wird Anis vor allem zum Würzen von Backwaren, wie Kuchen, Kekse und Brot genutzt. Besonders in der Weihnachtsbäckerei wird Anis zum Backen von Lebkuchen und Plätzchen verwendet. Auch Obstsalate, Süßwaren, Einmachobst und süße Aufläufe werden oft mit dieser Saat gewürzt. Anis passt gut zu Äpfeln, Nüssen, Feigen und Maronen. Auch "salzige" Gerichte können sparsam mit Anis verfeinert werden, z.B. Kochfisch, Meeresfrüchte, Gemüsegerichte wie Blumenkohl, Karotten, Kürbis und Rotkraut. Ebenso passt Anis zu Salzkartoffeln und Salaten.

In Indien und dem Nahen Osten dient Anis zum Würzen von herzhaften Gerichten mit Gemüse, Linsen und Fischcurrys. Um das Aroma zu verstärken, wird das Gewürz gerne geröstet oder in Öl angebraten.

Industriell wird Anis zur Herstellung von Spirituosen verwendet, wie z.B. für französischen "Pastis" (z.B. Pernod), griechischen "Ouzo", türkischen "Raki" oder deutschen Anislikör. Durch Destillation wird aus Anissamen weiterhin ätherisches Öl und Anisessenz gewonnen. Das Öl wird in der Kosmetikindustrie für Zahnpflegeprodukte, Parfüm und Cremes eingesetzt.

Würztipp


Anis wird gerne mit Koriander, Kerbel, Kümmel, Kardamom, Knoblauch und Fenchel kombiniert. Er harmoniert auch gut mit Kerbel, Nelken, Pfeffer, Muskat, Mohn, Piment, Sternanis und Zimt.

Sonstiges


Taubenzüchter nutzen Anisöl übrigens auch, um die Tauben in den Schlag zu locken. Sicherlich ist daraus die Bezeichnung "Taubenanis" entstanden.

 

 

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