Produkte A-Z

 

Beifuß

 

Synonyme: Besenkraut, Buckkraut, Fliegenkraut, Gewürzbeifuß, Gemeiner Beifuß, Gänsekraut, Wilder Wermut

botanisch: Artemisia vulgaris

englisch: mugwort, bulwandeormwood, motherwort, sagebrush


Beifuß

 

Die Heimat des Beifuß liegt vermutlich in Asien. Er wurde in China bereits 2.000 v. Chr. bereits als Gewürz verwendet. Er wächst heute in Europa, Asien und Nordafrika wild und ist seit längerem auch im östlichen Nord- und Südamerika weit verbreitet. Die Hauptanbauländer sind in West- und Mitteleuropa, Brasilien und einige Länder der ehemaligen Sowjetunion.

Im Mittelalter wurde er anstelle von Hopfen zum Bierbrauen verwendet und gehörte im 18. Jahrhundert in Europa zu den meist genutzten Kräutern. Heute wird Beifuß etwas seltener zum Würzen verwendet.

Verfügbarkeit


Beifuß wird fast nur getrocknet auf dem Handel angeboten. In den Sommermonaten bekommt man auf Wochenmärkten auch frische Ware.

Aussehen, Geschmack, Charakteristika


Der Beifuß gehört botanisch zur Familie der Korbblüter und ist somit ein Verwandter des Wermuts. Er ist eine Staude, wächst buschig verzweigt und wird über 1,50 m hoch. Seine Blätter sind auf der Oberseite grün und glatt, von unten sind sie silbrig-weiß und filzig behaart.

Im Spätsommer bilden sich zahllose gelblich bis rotbraune Blütenrispen, die kurz vor dem Öffnen geerntet werden. Auch einige zarte junge Blätter und Triebe kann man zum Würzen nutzen. Während und nach der Blütezeit werden die Rispen so unangenehm bitter, dass sie wie auch größere Blätter, nicht verwendet werden können.

Beifuß duftet angenehm aromatisch und schmeckt würzig, leicht scharf und hat einen herb-bitteren aber milden Beigeschmack.

Inhaltsstoffe


Das ätherische Öl macht nur etwa 0,3 % der Inhaltsstoffe aus, gibt aber der Pflanze seinen angenehm würzigen Geruch und den wermutähnlichen Geschmack. Die Hauptkomponenten im Öl sind Cineol, Campher, Borneol, Bornylacetat und Linalool.

Außerdem enthält Beifuß u.a. mehrere Bitterstoffe und Flavonoide.

Qualitätskriterien, optimale Lagerungsbedingungen


Beifuß muss vor dem Aufblühen geerntet werden, weil er sonst zu stark bitter schmeckt. Es werden meist nur die entblätterten Triebspitzen oder die Blütenstände der Pflanze geerntet.

In einer Plastiktüte im Kühlschrank lässt sich frischer Beifuß nur einige Tage aufbewahren. Die getrocknete Ware ist luftdicht verschlossen und lichtgeschützt bis zu einem Jahr haltbar.

Vermutliche gesundheitliche Wirkung


In der Volksheilkunde wird Beifuß bei Appetitlosigkeit, bei Menstruationsstörungen, Krämpfen und Durchfall verabreicht. Besonders nach fetten Fleischspeisen soll er verdauungsfördernde Wirkung zeigen. Schwache Aufgüsse aus Blättern, Triebspitzen und Wurzeln werden als Stärkungsmittel empfohlen. Seit langem gilt Beifuß auch als Heilmittel gegen Nervenleiden.

Er soll außerdem dem Badewasser zugegeben erholsam und beruhigend auf müde und geschwollene Füße wirken.

Verzehrform, Verwendung, Weiterverarbeitung, praktische Zubereitungstipps


Zum Würzen verwendet man beim Beifuß in erster Linie die noch geschlossenen Blütenrispen, allenfalls noch ein paar junge Blätter. Die Rispen werden meist getrocknet und gerebelt angeboten, im Sommer bekommt man sie auch frisch.

Die Bezeichnung "Gänsekraut" verrät bereits, dass Beifuß ein beliebtes Würzmittel für schwere Speisen wie Enten- und Gänsebraten ist. Er dient auch zum Würzen von fettreichen Eierspeisen mit Speck, Schweine- und Hammelfleisch oder auch zu Fischgerichten wie Aalsuppe und Makrele.

Aber auch Gemüse- und Pilzgerichte, Salate und Soßen bekommen durch Beifuß einen pikanten Geschmack. Außerdem verfeinert er Hülsenfrüchte, Suppen und Soßen und vereinzelt auch Rohkostplatten. Wildgerichte, Zwiebeln und Bohnen schmecken besonders gut mit Beifuß.

Industriell wird Beifuß bei der Herstellung von Speisesenf, -essig, Kräuterlikören und Branntwein benötigt.

Würztipp


Beifuß entfaltet beim Kochen sein Aroma, deshalb sollte er schon früh zum Essen gegeben werden. Wegen der Bitterstoffe darf er stets nur sparsam dosiert werden.

Beifuß harmoniert mit den meisten Gewürzen nicht gut, kann aber zusammen mit Knoblauch, Pfeffer und Zwiebeln gut eingesetzt werden.

Sonstiges


Beifußextrakt wehrt Fliegen und Mücken ab, auch ein Zimmerstrauch soll helfen.

 

 

_________________________

 

  Dieser Artikel wurde verfasst von

         

 


 

  Mit der Seite www.die-gruene-speisekammer.de bietet die Fritz Terfloth Stiftung Münster Verbrauchern unabhängige und fundierte Informationen zu pflanzlichen Lebensmitteln und deren Gesundheitswirkungen. Sämtliche Texte unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Unter welchen Voraussetzungen sie die Texte verwenden dürfen, erfahren Sie hier.


Auf Ihrem System scheint kein FlashPlayer installiert zu sein oder es ist
ein Update des Players notwendig. Sie können den Player hier herunterladen: