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Dill

 

Synonyme: Dille, Däll, Dillfenchel, Gurkenkraut, Gurkenkümmel, Hochkraut, Kapernkraut, Tille,Indisches Küchenkraut, Kümmerlingskraut, Blähkraut, Bergkümmel.

botanisch: Anethum graveolens

englisch: dill, dill weed (Kraut), dill seeds (Früchte)


Dill

 

eben den bekannten Gartendillsorten (Anethum graveolens var. Hortorum und ssp. sowa), die als Gewürzpflanzen kultiviert werden, gibt es in Südasien auch den wild wachsenden Ackerdill (Anethum graveolens var. graveolens).
Dill stammt vermutlich aus dem östlichen Mittelmeerraum, Russland und dem Vorderen Orient. Er wurde bereits im Altertum verwendet. Heute ist er fast überall in Kultur bekannt.

Hauptanbaugebiete für Dill sind Holland und die Balkanstaaten, aber auch in Nordafrika, Nord- und Südamerika und China wird dieses Kraut kultiviert.

Für den eigenen Bedarf lässt sich Dill gut im Kräutergarten ziehen. Das frische Kraut stammt überwiegend aus heimischen Anbau und europäischen Nachbarländern. Getrockneten Dill bekommen wir größtenteils aus Ungarn, Israel und Ägypten.

In mehreren mitttel- und osteuropäischen Ländern, wie Holland, Ungarn und den Balkanländern werden die Dillsamen geerntet.

Verfügbarkeit


Frisches Dillkraut wird im Handel ganzjährig angeboten, außerdem wird das Angebot mit tiefgefrorenen Blättern und Trockenware ergänzt. Daneben werden junge Dillpflanzen auch in Töpfen angeboten.

Aussehen, Geschmack, Charakteristika


Dill ist eine krautige einjährige Pflanze und gehört botanisch zu den Doldenblütlern. Er kann bis zu 1,5 Meter hoch werden und besitzt runde, feingerillte, feste Stängel.

Die Blätter sind dunkelgrün bis leicht bläulich und sehr fein gefiedert.

Aus den gelben Blütendolden entwickeln sich die rötlich-gelb bis gelb-braunen Samen. Sie zerfallen bei der Reife in zwei Teile und werden daher auch als Spaltfrüchte bezeichnet.

Diese Teilfrüchte sind länglich, oval und abgeflacht. Sie sind hell gerippt und werden bis zu 5 mm lang und 2 bis 3 mm breit.

Duft und Geschmack des würzigen Krautes sind angenehm aromatisch.

Es riecht süß und erinnert an Anis und Zitronen. Die Blätter schmecken süßlich mild, nach Anis und Petersilie. Vor allem junge Blätter und Spitzen haben ein sehr feines Aroma.

Am stärksten ist ihre Würzkraft, wenn sie vor der Blüte geerntet werden Dillsamen duften schwach nach Fenchel. Sie schmecken erst mild, dann scharf und etwas kümmelähnlich.

Inhaltsstoffe


Frisches Dillkraut enthält unter 1 % ätherisches Öl. Trotzdem ist dies wie bei den meisten Gewürzen die geruchs- und geschmackgebende Komponente. Die Hauptsubstanzen im Öl sind Dillether und Phellandren, sie bestimmen den typischen Dillgeruch.

In den Früchten ist der Gehalt an ätherischen Ölen mit bis zu 5 % wesentlich höher als in den Blättern. Die Zusammensetzung des Öls unterscheidet sich von der des Krautes. Hier sind die Hauptkomponente Carvon, Dihydrocarvon und Limonen. Sie verleihen den Samen ihr Aroma.

Qualitätskriterien, optimale Lagerungsbedingungen


Frischer Dill sollte nach der Ernte wie alle frischen Kräuter möglichst rasch verbraucht werden. Er kann in Plastiktüten 2 bis 3 Tage im Kühlschrank gelagert werden. Dill kann auch tiefgefroren werden, verliert aber dabei viel Aroma.

Beim Trocknen verliert das Kraut viel von seinem Geschmack. Um das Aroma möglichst zu erhalten, werden Dillspitzen häufig gefriergetrocknet. Die getrockneten Blätter und ganze Samen können vor Licht und Feuchtigkeit geschützt 1 bis 2 Jahre aufbewahrt werden. Die gemahlenen Samen sind allerdings nicht haltbar.

Verzehrform, Verwendung, Weiterverarbeitung, praktische Zubereitungstipps


Dill wird frisch, getrocknet und tiefgefroren verarbeitet. Als getrocknetes Ware werden hauptsächlich feingeschnittene "Dillspitzen" verwendet, das sind nur die jungen Triebe und Blätter der Pflanze. Getrocknetes "Dillkraut" hat meist noch Stängel mit Blütendolden oder unreifen Früchten. Die getrockneten Früchte der Pflanze werden als "Dillsaat", "Samendill" oder "Körnerdill" bezeichnet.

Zuviel Hitze schadet dem Aroma der Dillblätter, weil sich das geschmacksgebende ätherische Öl verflüchtigt. Deshalb sollten Sie Dill erst am Ende der Garzeit dem Gericht zufügen und nur kurz mitkochen oder ziehen lassen.

Dill ist ein typisch nordisches Gewürz. Es ist besonders in skandinavischen Ländern beliebt, denn es passt ausgezeichnet zu Fisch und Meeresfrüchte, besonders zu Lachs, frischem Aal, Karpfen, Matjes, Krabben und Krebsen. In Skandinavien werden die Dillsamen außerdem zum Backen von Brot und Kuchen verwendet.

Es ist aber auch zum Würzen vieler Gemüsegerichte geeignet, beispielsweise zu Bohnen, Karotten, Kartoffeln, Spinat, Zucchini und vielem mehr. Ebenfalls sehr harmonisch schmeckt Dill in Suppen, Soßen, Eiergerichte, Gurkensalaten, Quark und Kräuterbutter.

Darüber hinaus wird das Dillkraut und die Samen beim Einlegen von Gurken und zur Herstellung von Sauerkraut, Kräuteressig, weiße Dillsoße, Mayonnaise und Remoulade verwendet. Sie können sich Dillessig ganz einfach selbst zubereiten, indem Sie die Dolden 1 bis 2 Wochen in Essig ziehen lassen.

Das ätherische Dillöl wird industriell bei der Herstellung von Kräuterlikör und Parfüm eingesetzt.

Würztipp


Dill harmoniert mit Petersilie, Basilikum, Knoblauch, Paprika, Senf und Kapern. Die Dillsamen passen geschmacklich zu Knoblauch, Koriander, Ingwer, Kurkuma und Kreuzkümmel.

 

 

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  Dieser Artikel wurde verfasst von

         

 


 

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