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Liebstöckel

 

Synonyme: Maggikraut, Maggiwurzel, Liebstock, Bergliebstock, Leberstock, Sauerkrautwurzel, Suppenlob,Lusch, Lüppsteckel, Großer Eppich, Stecklaub, Badekraut

botanisch: Levisticum officinaleenglisch: lovage leaf (Kraut), lovage root (Wurzeln), garden lovage, bladder seed


Liebstöckel

 

Die Heimat des Liebstöckels ist der Iran und Afghanistan, doch ist er schon seit langem in den USA und Europa eingebürgert. Er wurde schon im alten Griechenland verwendet und wird in Mitteleuropa seit dem 8. Jahrhundert als Heil- und Gewürzpflanze angebaut.

Zu den Hauptanbaugebieten zählen heute Deutschland, Polen, Tschechien, die Niederlande, einige Balkanstaaten und die USA. An den Hängen der europäischen Mittelgebirge und in küstennahen Gebieten Südeuropas kommt Liebstöckel auch verwildert vor.

Verfügbarkeit


Liebstöckelblätter werden im Laufe des Jahres zwei- bis dreimal geerntet. Die Pflanzen werden jeweils auf 30 cm zurückgeschnitten und treiben erneut aus. Die Erntezeiten sind Juli, September und Oktober. Frische Blätter oder Triebe werden vorwiegend auf lokalen Märkten angeboten, getrocknete Ware ist ganzjährig verfügbar.

Im eigenen Kräutergarten können Sie die frischen Blätter das ganze Jahr über pflücken, die beste Sammelzeit ist während der Blüte im Juli und August. In vielen Supermärkten wird frischer Liebstöckel auch in kleinen Pflanztöpfen angeboten.

Im Herbst werden die Wurzeln des Liebstöckels gerodet und die Früchte mit Mähdreschern geerntet. Die getrockneten Wurzeln und Früchte sind in Feinkosthandel erhältlich.

Aussehen, Geschmack, Charakteristika


Liebstöckel ist eine winterharte, 1 bis 2 m hohe Staude und gehört botanisch zur Familie der Doldenblütler. Er wird etwa 10 bis 15 Jahre alt, wobei der oberirdische kräftige Teil der Pflanze im Herbst vollständig abstirbt und im Frühjahr neu ausschießt.

Der fleischige, vielköpfige Wurzelstock ist oft längsgespalten und quergeringelt. Er verdickt sich bei mehrjährigen Pflanzen rübenartig und hat eine rötlich-gelbe bis graubraune Farbe. Seine einzelnen Wurzeln sind 3 bis 5 cm dick, runzelig und werden bis 25 cm lang. Bei älteren Pflanzen kann der gesamte Wurzelstock einen Durchmesser von 50 cm erreichen.

Liebstöckel hat kräftige, hohle, kahle Stängel, die sich im oberen Bereich verzweigen. Die dunkelgrünen, gefiederten Blätter sind spärlich eingeschnittenen und gezähnt. Sie haben Ähnlichkeit mit glatter Petersilie oder Sellerieblättern.

In der Blütezeit von Juli bis August erscheinen blassgelbe vielstrahlige Blütendolden, die bis 12 cm breit werden und an langen Stängeln hervortreten.

Aus den Dolden reifen kugelige, längs gerippte Früchte heran, die in zwei Teile zerfallen. Die gerippten, gelb-braunen Spaltfrüchte sind etwa 5 mm lang und bogenförmig gekrümmt.

Liebstöckel hat ein unverwechselbares, durchdringendes Aroma. Es erinnert stark an Suppenwürze, was ihm Namen wie "Maggikraut" oder "Suppenlob" eingebracht hat. Der Geschmack ist süßlich, später leicht bitter und scharf und ähnelt dem Selleriearoma, ist allerdings etwas herber. Auch die Wurzeln sind reich an ätherischen Ölen, so dass sie ähnlich wie die Blätter riechen und schmecken. Die Früchte besitzen zusätzlich eine nelkenartige Note.

Inhaltsstoffe


Im frischen Kraut ist der Anteil an ätherischem Öl mit 0,1 bis 0,4 % relativ niedrig, die Früchte enthalten 0,8 bis 1,1 % und die Wurzeln ca. 0,4 bis 1,7 % ätherisches Öl. Seine Zusammensetzung ist ebenfalls etwas unterschiedlich, wobei in allen drei Pflanzenteilen ß-Phellandren und Phthalide, hier besonders Ligustilid, zu den Hauptkomponenten des Öls gehören.

Die Blätter enthalten organische Säuren, Harze, Gerbstoffe, Flavonoide und Vitamin C.

Qualitätskriterien, optimale Lagerungsbedingungen


Wie die meisten frischen Kräuter kann Liebstöckel kann im Kühlschrank noch einige Tage aufbewahrt werden, wenn er in Wasser gestellt oder in Plastiktüten verpackt wird. Er eignet sich auch problemlos zum Einfrieren, beim Trocknen verlieren die Blätter nur etwas Aroma.

Getrocknete Pflanzenteile (Blätter, Wurzeln und Früchte) sollten dunkel und trocken in verschlossenen Gefäßen aufbewahrt werden. Besonders die getrockneten Wurzeln müssen vor Insektenbefall geschützt werden. Die Früchte können bei guter Lagerung 1 bis 2 Jahre verwendet werden.

Vermutliche gesundheitliche Wirkung


Aufgrund des aromatischen Geschmacks regt Liebstöckel die Produktion von Verdauungssäften an und gilt als appetitanregend und verdauungsfördernd. Er wird in der Volksmedizin bei Völlegefühl, Sodbrennen, Aufstoßen und Blähungen verwendet.

Wegen seiner harntreibenden Wirkung wird Liebstöckel bei entzündlichen Erkrankungen der Harnwege empfohlen. In diesem Fall werden Teeaufgüsse aus der Wurzel verabreicht. Allerdings sollte eine Erkrankung der Nieren vor der Anwendung ausgeschlossen werden.

In der Naturheilkunde wird Liebstöckel auch bei Menstruationsbeschwerden eingesetzt. Tee aus getrockneten Blättern soll Halsschmerzen und Fieber lindern und antiseptisch wirken.

Verzehrform, Verwendung, Weiterverarbeitung, praktische Zubereitungstipps


Liebstöckelblätter werden frisch oder getrocknet, ganz geschnitten oder gemahlen im Handel angeboten. Die Wurzeln werden meist getrocknet gehandelt, können aber auch frisch als Gewürz verwendet werden. Sie werden ebenso wie die Früchte bei uns nicht so häufig genutzt wie das Kraut.

Liebstöckel kann wie Petersilie in fast allen Gerichten eingesetzt werden. Es passt besonders gut zu Reis- und Nudelgerichten, Kartoffeln, Wurzelgemüse, Hülsenfrüchte, Omelettes, Pilze und Tomaten. Ebenso lassen sich Mayonnaise und Kräuterbutter damit verfeinern.

Aber auch für Suppen, Soßen, Fisch- und Fleischgerichte ist Liebstöckel ein beliebtes Küchengewürz. Es lohnt sich Eintöpfe und sahnige Gemüse-Aufläufe mit diesem Gewürz zu probieren und auch Salate, insbesondere Tomaten- oder Paprikasalate schmecken mit frischen, gehackten Kraut hervorragend. Liebstöckel passt vorzüglich zu Quark- und Käsebroten. In manchen Teilen der Schweiz werden die jungen Blätter und Stängel als Gemüse zubereitet, ebenso genießt man in Italien die geschälten Liebstöckelwurzeln.

Die Früchte werden ganz oder gemahlen besonders zum Würzen von Brot und Gebäck, Pickles, Marinaden, Soßen und Eintöpfen verwendet.

Das ätherische Öl der Wurzeln und Samen wird isoliert und industriell zur Herstellung von Gewürzsenf, Suppen, Kräuterschnäpsen und Bitterlikör genutzt.

Würztipp


Wegen des intensiven Geschmacks, sollte Liebstöckel nur sparsam dosiert werden. Im Gegensatz zu vielen anderen Gewürzen, behält er auch bei längerer Kochzeit seine Würzkraft.

Liebstöckel kann man gut mit Estragon, Kerbel, Majoran, Oregano, Rosmarin, Thymian oder Basilikum kombinieren. Er passt aber auch geschmacklich zu Chili, Dill, Melisse, Minze, Knoblauch, Petersilie, Schnittlauch und Zwiebeln.

 

 

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