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Thymian

 

Synonyme: Echter Thymian, Gartenthymian, Römischer Quendel, Römischer Thymian,Gundelkraut, Kuttelkraut, Spanischer Majoran

botanisch: Thymus vulgaris

englisch: thyme, common thyme, garden thyme


Thymian

 

Thymus vulgaris ist die Thymus-Art, die wohl bei uns am häufigsten verwendet wird.

Daneben gibt es noch eine Reihe weiterer wohlschmeckende Arten, u.a. Zitronenthymian (Thymus citriodorus), Kümmelthymian (Thymus herba-barona), Gemeiner Thymian (Thymus pulegioides), Feld- oder Sandthymian (Thymus serpyllum) mit gleichen oder ähnlichen Eigenschaften.

 

Thymian ist in den westlichen Mittelmeerländern beheimatet, wo man ihn schon im Altertum als Gewürz- und Heilpflanze kannte und schätzte. Im Mittelalter wurde Thymian auch in Mitteleuropa in Klostergärten kultiviert.

Er braucht zum Wachsen viel Sonne und verträgt Trockenheit, im Mittelmeerraum findet man ihn heute noch wild an Berghängen und Sommerwiesen.

Zu den Hauptanbaugebieten gehören neben den Mittelmeerländern auch Osteuropa, die USA, Argentinien, Marokko, Ost- und Südafrika. Verstärkt wird Thymian außerdem in Indien und Indonesien angebaut und auch in Deutschland wird eine beträchtliche Menge geerntet.

Verfügbarkeit


Für den Handel wird Thymian zweimal im Jahr geerntet: im Juni und September. Frische Blätter oder Triebe werden vorwiegend auf lokalen Märkten angeboten, getrocknete Ware ist ganzjährig verfügbar. In einigen Supermärkten wird frischer Thymian auch in kleinen Pflanztöpfen angeboten.

Im eigenen Kräutergarten können Sie die frischen Blätter das ganze Jahr über pflücken, die beste Sammelzeit ist kurz vor der Vollblüte. Im Winter sollte die Pflanze vor Frost geschützt werden.

Aussehen, Geschmack, Charakteristika


Thymian ist ein immergrünes Strauchgewächs, meist mehrjährig und gehört botanisch zur Familie der Lippenblütler. Er wird 20 bis 40 cm hoch, seine verzweigten Stängel sind mehr oder weniger stark verholzt und stehen aufrecht.

Die auffallend kleinen, graugrünen Laubblätter sind sehr kurz gestielt, eiförmig, vorne zugespitzt und höchstens 1 cm lang. Sie sind von der Unterseite filzig behaart und am Rande oft etwas eingerollt.

Von Juni bis Oktober erscheinen die weißlich bis violettrosa gefärbten Blüten und verbreiten einen intensiven, charakteristischen Geruch. Thymian riecht sehr würzig, angenehm erdig und pfeffrig. Er hat einen arteigenen, kräftigen und leicht bitteren Geschmack, mit einer Note von Nelke und Minze.

Beim Thymian Thymus vulgaris gibt es zahlreiche breite oder schmalblättrige Sorten. Außerdem unterscheiden wir niedrig bleibende, frostempfindliche Pflanzen, den "Französischen Thymian" oder "Sommerthymian", der in Deutschland nur einjährig angebaut werden kann und verschiedene robuste, winterharte Sorten, wie "Deutscher Winter", "Aroma" oder "Lemonal".

Inhaltsstoffe


Thymian enthält 1,5 bis 4 % ätherisches Öl, im Sommerthymian kann der Gehalt sogar 6,5 % ausmachen. Die Zusammensetzung des Öls ist von der Sorte abhängt. Zu den häufigsten Inhaltsstoffen gehören Thymol, Cymen, Terpinen, Linalool und Carvacrol.

Außerdem kommen Flavonoide, Saponine und Gerbstoffe, z.B. Rosmarinsäure, im Thymian vor.

Qualitätskriterien, optimale Lagerungsbedingungen


Das beste Aroma entwickelt Thymian, wenn er an sehr sonnigen Standorten und auf kargen Böden heranwächst. Die beste Erntezeit ist zu Beginn der Blüte. Prüfen Sie durch leichtes Reiben den Duft der Blätter.

Frischer Thymian hält sich in einer Kunststofftüte im Kühlschrank mehrere Tage. Er eignet sich gut zum Einfrieren, kann aber auch nahezu ohne Aromaverlust an einem luftigen Ort getrocknet werden.

Das getrocknete Kraut sollten Sie möglichst kühl, trocken und dunkel aufbewahren. Im luftdicht verschlossenen Behälter kann Thymian gut gelagert werden.

Vermutliche gesundheitliche Wirkung


Thymian regt durch seinen aromatischen Geschmack vermutlich die Produktion von Verdauungssäften an und gilt als appetitanregend und verdauungsfördernd. Thymian gilt als allgemein stärkendes und den Organismus belebendes Kraut.

Außerdem soll er eine beruhigende, krampf- und schleimlösende Wirkung haben. In der Volksmedizin wird er bei krampfartigen Verdauungsbeschwerden und Durchfallerkrankungen bei Kindern empfohlen.

Bei der Behandlung von Keuchhusten, Bronchitis, Asthma und andere Erkrankungen der Atemwege werden Thymianextrakte oder Aufgüsse innerlich angewendet oder dem Badewasser zugesetzt. Bei Halsschmerzen soll es helfen mit den Aufgüssen mehrmals täglich zu gurgeln.

Verzehrform, Verwendung, Weiterverarbeitung, praktische Zubereitungstipps


Zum Würzen werden die frischen Blätter und Blüten von den Stängeln der Pflanze abgestreift.

Getrocknete Thymianblätter werden fast ausschließlich in gerebelter Form angeboten, es gibt die Blätter und Blüten aber auch ganz, grob zerkleinert oder gemahlen.

In Kochgerichten kann man ganze Thymianzweige verwenden, die man vor dem Servieren wieder heraus nimmt oder in einem Gewürz-Ei oder Teefilter mitgaren.

Thymian ist eines der am häufigsten und vielseitigsten verwendeten Gewürze in Europa, besonders in der mediterranen Küche. Er wird allein oder im Gemisch mit anderen Gewürzen, z.B. als "Kräuter der Provence" gebraucht.

Besonders beliebt ist Thymian zum Würzen von Eintöpfen, kräftigen Gemüsesuppen und Soßen auf Tomaten- und Weinbasis. Er passt gut zu Pizza, Pasta, Oliven und Salaten, auch zu Fleischgerichten, wie Hammel, Schwein oder Ente und wird zum Verfeinern von Forelle und andern Fischgerichten benutzt.

Auch Pilze, Kartoffeln, Hülsenfrüchte und Gemüse, besonders Tomaten, Auberginen, Gemüsepaprika und Zucchini, Kohl oder Möhren schmecken gut mit Thymian. Außerdem wird er zum Würzen von Wurstwaren eingesetzt.

Das ätherische Öl dient in der Industrie zum Aromatisieren von Lebensmitteln, Likören und Gewürzessenzen, wird aber ebenso zur Herstellung von Kosmetikartikeln verwendet.

Würztipp


Wegen der starken Würzkraft sollte Thymian sparsam dosiert werden. Im Gegensatz zu vielen anderen Kräutern bleibt sein starkes Aroma auch bei längerem Kochen erhalten. Getrocknet schmeckt Thymian intensiver als frisch.

Er verträgt sich gut mit Lorbeer, Muskat, Rosmarin und Salbei, harmoniert aber auch mit Basilikum, Dill, Bohnenkraut, Majoran, Echtem Dost, Petersilie oder Knoblauch.

 

 

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