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Baldrian

 

Synonyme: Katzenkraut, Bullerjahn

botanisch: Valeriana

englisch: Valeriana, Valerian root


Baldrian

 

Baldrian ist eine Pflanzengattung, die über 250 Arten umfasst. Allen gemeinsam sind das krautige Erscheinungsbild und der charakteristische Geruch. Dieser wird von manchen Menschen als angenehm zart empfunden, für andere ist er unangenehm und für Katzen sehr verlockend. Daher wird Baldrian auch Katzenkraut genannt. Der wissenschaftliche Name (Valeriana) ist wahrscheinlich vom lateinischen valere = gesund sein, stark sein, abgeleitet, kann aber auch auf dem Namen der römischen Provinz Valeria zurückgehen.
Baldrian ist in Europa und klimatisch gemäßigten Zonen Asiens beheimatet und verbreitet. Er wächst bevorzugt an feuchten oder sumpfigen Standorten, wie zum Beispiel Wiesen und Bachufern. Aber auch an Waldrändern kann man die Pflanzen finden. Der für die Herstellung von Arzneimitteln verwendete Baldrian wird allerdings in Kulturen angebaut.

Verfügbarkeit


Traditionell schätzt man den Valeriana officinalis für seine medizinische Wirkung. Andere Sorten werden in ihren Anbauländern zwar zum Teil auch verwendet, enthalten aber Stoffe, denen eine zellschädigende Wirkung nachgesagt wird. Man benützt hauptsächlich die Wurzel, den Wurzelstock und die Ausläufer der Wurzel. Diese werden vor der Blüte, also von März bis Mai oder danach, im September oder Oktober ausgegraben. In Tee oder Kapseln ist Baldrian das ganze Jahr über in Apotheken erhältlich.

Aussehen, Geschmack, Charakteristika


Der medizinisch verwendete Baldrian (Valeriana officinalis) wächst krautig, hat unpaarig gefiederte Blätter und trägt im Juli oder August an jedem seiner bis zu eineinhalb Meter hohen Stängel weiße bis rosafarbene Dolden kleiner Blüten. Der Geruch der Blüten ist zart, wird aber von manchen Menschen als unangenehm empfunden. Die Wurzeln sind nach dem Ausgraben geruchlos. Ihr süßlich-bitterer Geruch entwickelt sich erst nach der Trocknung. Im Geschmack ist Baldrian süßlich-würzig und etwas bitter.

Inhaltsstoffe


Die heilwirksamen Inhaltsstoffe sind: ätherische Öle, Valepotriate, Schleimstoffe, Gerbstoffe, Bitterstoffe und organische Säuren. Es ist jedoch noch nicht geklärt, was genau die gesundheitsfördernden Wirkungen bedingt. Klar ist nur, dass sie nicht einem Inhaltsstoff oder seiner Konzentration allein zugeschrieben werden können, sondern vielmehr der Kombination aller enthaltenen Stoffe.

Schadstoffe


Die hierzulande medizinisch eingesetzte Baldrianart Valeriana officinalis ist nur dann leicht toxisch, wenn man ihn in sehr großen Mengen zu sich nimmt.
Der im Baldrian enthaltenen Stoffgruppe der Valepotriate wurde einige Zeit lang nachgesagt, sie seinen krebserregend oder zellschädigend. Dies konnte jedoch, wie vieles, weder endgültig bestätigt noch widerlegt werden. Da aber der europäische Baldrian höchstens 1 % Valepotriate aufweist, ist das damit eventuell verbundene Risiko sehr gering. In Arten, die in Mexiko und Indien wachsen hingegen wurden Mengen von 3 bis 8 % dieses Stoffes festgestellt. Bei Kleinkindern sollte auf jeden Fall auf Valepotriat-arme Sorten zurückgegriffen werden.

Qualitätskriterien, optimale Lagerungsbedingungen


Man erntet Baldrianwurzeln von zweijährigen Pflanzen. Vor dem Einsatz in Tees oder medizinischen Präparaten müssen sie gründlich gereinigt, grob zerkleinert und getrocknet werden. Dabei sollte die Temperatur nicht mehr als 35 °C betragen, um die Inhaltsstoffe nicht zu zerstören.

Vermutliche gesundheitliche Wirkung


Dem Baldrian werden vielerlei gesundheitliche Wirkungen zugeschrieben, da er jahrhundertelang traditionell eingesetzt wurde, um bestimmte Leiden zu kurieren. Wissenschaftlich sind diese Wirkungen jedoch bisher weder bewiesen noch widerlegt worden. Manche Vermutungen gehen in die Richtung, dass Baldrian bloß eine Wirkung auf den Gesundheits- oder Gemütszustand suggeriert, anstatt dass er sie wirklich verbessert.
Die Anwendungsgebiete für Baldrian erstrecken sich über Funktionen des Nervensystems und lassen sich in 3 wesentliche Bereiche einteilen:
* nervöse Erregungszustände Baldrian hat eine beruhigende, angst- und spannungslösende Wirkung
* nervöse Schlafstörungen Baldrian soll einschlaffördernd sein. Er ist aber kein Schlafmittel, das heißt, er erzwingt den Schlaf nicht, sondern versetzt den Menschen in einen entspannteren Zustand, der das Einschlafen erleichtert.
* nervöses Herzklopfen
Darüber hinaus wird Baldrian bei Verspannungen, nervöser Reizbarkeit, Erschöpfungszuständen und krampfartigen Schmerzen im Magen-Darm-Bereich verabreicht.

Gesteigert und/ oder umgekehrt wird die Wirkung, wenn andere Heilpflanzen mit Baldrian kombiniert eingenommen werden. So wird zur Erhöhung der Einschlafwirkung Hopfen zugefügt, bei nervösen Erregungszuständen Melisse und bei nervösem Herzklopfen Maiglöckchen.
Im Gegensatz zu „echten“ Beruhigungs- oder Schlafmittel kann Baldrian nicht süchtig machen und hat auch keine schwerwiegenden Nebenwirkungen. Nach der Einnahme von größeren Mengen kann allerdings die Reaktionsgeschwindigkeit beeinträchtigt sein.

Verzehrform, Verwendung, Weiterverarbeitung, praktische Zubereitungstipps


Zum Verkauf stehen in Apotheken Tropfen, Tinkturen, Kapseln und Teemischungen. Um eine Wirksamkeit zu erreichen, ist es nötig, Baldrian relativ hoch zu dosieren. Bei Tinkturen reichen meist nicht die üblichen 10 bis 20 Tropfen, sondern man benötigt ein oder zwei ganze Teelöffel pro Einzeldosis, die bei Bedarf mehrfach wiederholt werden kann. Für einen schlafanstoßenden Effekt durch Tee sind mindestens zwei Teelöffel der Nur in sehr großen Mengen ist Baldrian schwach giftig, sodass man sich hierüber keine Gedanken zu machen braucht. Zu bedenken ist aber, dass Baldrian nicht sofort wirkt, sondern eine Einnahme über mindestens zwei Wochen erforderlich ist, bevor eine Besserung der Beschwerden eintritt.

 

 

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